10.06.2013
Bielefeld
Bielefeld feiert den neuen Kesselbrink-Markt
Erstes Problem: Der viele Müll
VON ANSGAR MÖNTER

Die Musik des "Kozma Orkestar" begleitete den ersten Markttag bei strahlendem Sonnenschein. Um die Musiker herum gab es frische Erdbeeren, Tomaten, Spargel und Salat.
Kultur zur Kauflust | FOTO: BARBARA FRANKE

Bielefeld. Besser hätte es am Samstag nicht laufen können für den ersten Wochenmarkttag auf dem neuen Kesselbrink. Das Wetter war perfekt – ebenso die Laune der Händler und Besucher – und vor allem die des Oberbürgermeisters. Pit Clausen war begeistert – und das drückte er mit Superlativen wie "grandios" und "große Klasse" aus.

Der neue Kesselbrink wird als Erfolgsgeschichte wahrgenommen – und er beflügelt die Phantasie von Besuchern und Politikern, die Innenstadt weiter zu entwickeln zu einem "Ort mit Aufenthaltsqualität". "Richtig, richtig toll" sei der Kesselbrink geworden, sagen Melanie Petz und Simone Martin. Den beiden gefallen Platz und Markt gleichermaßen. "Man fühlt sich nicht gequetscht, er lädt zum Verweilen ein, und es gibt auch noch Wasser." Die beiden wünschen sich jetzt einen autofreien Jahnplatz und eine deutlichere Verkehrsberuhigung zwischen Wilhelmstraße und Kesselbrink, damit alle Barrieren abgebaut werden.

Eine ähnliche Vision beflügelt Oberbürgermeister Clausen. "Es ist richtig, die Option Autofreier Jahnplatz zu prüfen", sagt er. Und wenn die Stadtbahnlinie 5 zwischen Heepen und Sennestadt gebaut werde und am Kesselbrink Halt mache, werde sich die Innenstadt drumherum nocheinmal positiv verändern – hin zu mehr Aufenthaltsqualität. Befürchtungen, dass Gewerbetreibende und Immobilienbesitzer Probleme haben würden, sieht Clausen durch die ersten Tage des neuen Kesselbrinks widerlegt. Tatsächlich strömen die Menschen dorthin. Am Abend vor der Markteröffnung waren laut Polizei gar bis zu 3.000 Menschen auf dem Platz. Die Freude produzierte allerdings gleich eine Sorge: und zwar mit dem Müll. Eberhard und Gisela Titze zum Beispiel hat das gestört, als sie ihren Wochenmarktrundgang machten. Überall lagen Unrat und Zigarettenkippen herum. Für sie und auch nach Meinung der Polizisten stehen zu wenig Müllbehälter auf dem Platz. "Wir werden uns zusammensetzen und nachjustieren", verspricht Ordnungsamtsleiter Roland Staude in dieser Sache.

Dieses Problem trübte die gute Stimmung aber keinesfalls. Gisela und Horst Leeker waren sogar extra aus Versmold angereist, um dabei zu sein. Sie haben es nicht bereut. "Sehr gut" seien Platz und Markt, sagen sie. Konsens darüber, dass der Kesselbrink der richtige Platz für sie ist, herrscht nach Auskunft von Jörg und Hans Breder auch unter den Markthändlern. Selbst die Verkäufer auf dem Platz vor der Volksbank zeigten sich zufrieden. Der Markt wurde dreigeteilt: Frischware auf dem Kesselbrink, Textilien und ähnliches vor der Volksbank, Tiefkühlkost auf dem Neumarkt. Überall war was los. "Es ist deutlich besser geworden, es ist gut, wenn es so bleibt", bestätigt Sheikh Khurram, Textilhändler.

Einer unter den Besuchern genoss die gute Laune und Festtagsstimmung mit besonderer Genugtuung: Baudezernent Gregor Moss. Clausen hob dessen Einsatz bei seiner Danksagung an die Geldgeber und Planer deutlich hervor. "Keiner hat sich wie er mehr für den neuen Kesselbrink eingesetzt." Dafür gab es Applaus von den Zuhörern. "Das tut auch mal gut", bemerkte Moss leise.

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Bielefeld: Kesselbrinkeröffnung mit Wochenmarkt in Bielefeld
 
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Bielefeld: Neuer Kesselbrink als zentraler Erholungspark
 
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Dokumenten Information
Copyright © Neue Westfälische 2014
Dokument erstellt am 09.06.2013 um 19:56:44 Uhr
Letzte Änderung am 10.06.2013 um 12:04:20 Uhr

Farbe für das Parkhaus

Der Großstadtplatz Kesselbrink hat nur einen wirklich unansehnlichen Fleck zu verkraften: das Parkhaus der Telekom, dieses graubraune Betonungetüm. Die Gastronomen der Kneipe "Gegenüber" hatten die Idee, dass Parkhaus künstlerisch mit Farbe verschönern zu lassen. Die grüne Bundestagsabgeordnete Britta Haßelmann findet das eine super Idee. Sie will sich deswegen mit der Telekom als Eigentümerin in Verbindung setzen.(mönt)



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