Paderborn. "Wir sind keine Übermannschaft." Wahre Worte, die Fortunas Cheftrainer Norbert Meier nach der 2:3-Heimniederlage (0:1) gegen den SC Paderborn nach Spielschluss ans Düsseldorfer Fanvolk richtete.
445 lange Tage hatte die Serie ungeschlagen überstandener Pflichtspiele vor eigenem Publikum gehalten. Dann marschierte das Hinrunden-Überraschungsteam der Zweiten Fußball-Bundesliga mit einem dreisten Vorhaben in die Esprit-Arena und waltete am Abend des 16. Dezember 2011 ein weiteres Mal seines Amtes. Überschwängliche Freude im Lager der ostwestfälischen Helden, Betroffenheit bei den Landeshauptstädtern, die ausgerechnet die Generalprobe fürs Achtelfinale des DFB-Pokals gründlichst verpatzten.
Am morgigen Dienstag stellt sich mit Borussia Dortmund der amtierende Deutsche Meister in der Esprit-Arena vor, und dann droht sogar die zweite Heimniederlage in Folge. SCP-Fans, deren Herz seit langer Zeit auch für den BVB schlägt, äußerten jedenfalls schon am Freitagabend ihre helle (Vor)-Freude.
Auch der SCP-Manager Sport suchte nach dem Abpfiff in Düsseldorf nach Worten, um den vorausgegangenen Überraschungscoup beim Spitzenreiter zu erklären. "Es ist einfach unfassbar, was die Jungs heute investiert haben", formulierte es Michael Born schließlich.
Als heimlicher Matchwinner hatte auch Alban Meha an diesem Erfolg seinen Heidenspaß. In betont bescheidener Manier stand er der lauernden Journaille in den Katakomben des Fortuna-Stadions anschließend Rede und Antwort. Sein selbst erzielter 2:1-Führungstreffer und die Vorarbeit, die er zu Florian Mohrs Tor zum 3:1 beisteuerte, spielten beim Kosovaren eine eher untergeordnete Rolle.
Sein ganz persönlicher Verdienst um den erfolgreichen Jahres-Schlussakkord 2011 sei doch "völlig egal", sagte Meha, schon vor dem Anstoß habe man schließlich "genau gewusst, was wir können". Auch dieser Sieg gehöre zu 100 Prozent der Mannschaft "und nicht mir", legte der Mittelfeldspieler erneut großen Wert auf die Tatsache, dass auch der Erfolg von Düsseldorf ausschließlich auf den großartigen Teamgeist zurückzuführen sei.
Unmittelbar vor dem Winterferien-Beginn war Paderborns Cheftrainer am Freitagabend mit seinen Gedanken bereits im neuen Jahr. Er freue sich schon jetzt auf die Vorbereitung fürs Restprogramm, sagte Roger Schmidt. Anschließend werde dann der gemeinsame Versuch gestartet , sich "so lange wie möglich in der Spitzengruppe aufzuhalten". Kein Sterbenswörtchen von einem möglichen Aufstieg. Auch diesmal nicht.