29.12.2011
Chaotische Verhältnisse
VORRUNDE, GRUPPE 4: TuS Dornberg und FC Türk Sport in der Zwischenrunde
VON HEINZ-DIETER KLUSMEYER UND MATTHIAS FOEDE

Ilhan Aslan (Türk Sport) ist einen Schritt schneller als Joschka Matys (TuS Dornberg).
Zweikampf | FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Bielefeld. Hammergruppe, Todesgruppe. Die Experten waren sich bereits bei der Ansetzung einig, dass diese Vorrunde mit der Nummer vier nicht zu toppen sei. Noch nie waren vier Endrundenteilnehmer des Vorjahres (TuS Dornberg, VfB Fichte, Türk Sport und VfL Schildesche) zum Aufgalopp in einen Topf gelost worden. Die Fachleute wurden schon mit dem ersten Anstoß bestätigt. Es gab sportlich hochwertiges, eine böse Verletzung sowie ein Novum.

Gegen 17.08 Uhr mussten die Veranstalter des Fußballkreises die Türen der Sporthalle Gadderbaum schließen. Mehr als 500 Zuschauer bevölkerten die Tribüne und verbannten die Kicker in den dünnen Seitenstreifen am Spielfeldrand sowie auf den schmalen Kabinengang im Bauch der Halle. Zu allem Überfluss standen zu diesem Zeitpunkt noch mehr als 100 Fans vor den Toren, die keinen Platz mehr fanden. Sie machten aus ihrer Not eine Tugend und bezogen Stellung auf der Gegengeraden der Sporthalle. Dort blickten sie von draußen durch die Glasscheibenfront auf das Geschehen drinnen.

Die Hauptleidtragenden des Chaos’ waren zunächst die Anhänger des TuS Dornberg. Da der NRW-Ligist als letztes Team um 17.50 Uhr ins Turnier einstieg, saß zum Kick-off der "Besten im Westen" kaum ein eigener Zuschauer in der Halle. Noch nie in der 15-jährigen Geschichte des Wettbewerbs war eine Vorrundengruppe derart bevölkert wie diese jetzt schon legendäre Gruppe vier. Ausverkaufte Hallen hatte es in der Historie der Hallenfußball-Stadtmeisterschaften erst bei den Endrunden gegeben, als die Hallen in Schildesche, der Carl-Severing-Schule oder in Jöllenbeck zu klein für den großen Andrang der Fans wurden.

"Diese Zustände sind ein Unding. Ich habe bereits bei der Auslosung darauf hingewiesen, dass diese Gruppe nur in Jöllenbeck spielen kann. Dort hätte es keine Platzprobleme gegeben. Aber das ist einfach ignoriert worden", ärgerte sich Murat Karanfil, Manager und gestriger Interimstrainer des VfB Fichte. Der Fußball-Kreisvorsitzende Marcus Baumann gestand, dass "die Umstände natürlich unglücklich sind". Er meinte aber auch, dass "im Vorfeld mit mir niemand über diese mögliche Problematik gesprochen hat und dass der Spielplan durch eine nachträgliche Verlegung doch sehr durcheinander geworfen worden wäre". Die Gadderbaumer Turnierleitung versuchte nach Beginn der Spiele, mit einem Rotationsverfahren den wartenden und frustrierten Zuschauern gerecht zu werden. Es gab wie im Kölner Karneval oder bei großen Konzerten einen Stempel auf den Arm – nur mit diesem wurden die Fans, die einmal Luft schnappen wollten wieder in die Halle gelassen.

Fußball wurde auch noch gespielt. Hier setzten sich der TuS Dornberg und der FC Türk Sport, der die schwere Verletzung von Ali Kemal Calisan (siehe Turnier-Splitter unten links) verkraften musste, souverän durch. Der VfB Fichte als Dritter und der VfL Schildesche als Vierter blieben dagegen auf der Strecke. "Es ist schade, dass aus so einer schweren Gruppe lediglich zwei Teams weiter gekommen sind", sagte Schildesches Coach Mirko Jerenko. Die Sieger hingegen waren zufrieden. "Wir haben sehr konzentriert gespielt", lobte Dornbergs Coach Frederic Kollmeier. Türk Sports Trainer Aykut Aydinel war besonders von den letzten beiden Partien seiner Mannschaft angetan.

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Dokument erstellt am 28.12.2011 um 21:52:08 Uhr
Letzte Änderung am 28.12.2011 um 21:53:26 Uhr


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