Nadal und Federer zum 20. Geburtstag
Tennis: Turnierdirektor Ralf Weber erwartet in Halle den zweimillionsten Besucher
Halle. Was verbindet Andre Agassi mit Boris Becker, Michael Chang, Jimmy Connors, Jim Courier, Novak Djokovic, Roger Federer, Henri Leconte, Rafael Nadal, Patrick Rafter, Pete Sampras und Michael Stich? All diese Tennis-Weltstars haben schon einmal bei den Gerry Weber Open in Halle gespielt.
Für die 20. Ausgabe dieses bedeutendsten Tennisturniers in Deutschland (9. bis 17. Juni) haben sich die Organisatoren viele Geburtstagsgeschenke ausgedacht, die den Zuschauern präsentiert werden. Im Mittelpunkt des Rasenturniers steht das Duell zwischen Roger Federer und Rafael Nadal. "Das wäre natürlich mein Traumfinale", sagt Turnierdirektor Ralf Weber.
Die spanische Nummer zwei der Weltrangliste nimmt erstmals seit 2005 wieder am "Wimbledon in Westfalen" teil. Als international beispiellos bezeichnet Weber die Tatsache, "dass es uns gelungen ist, Rafael gleich für drei Jahre unter Vertrag zu nehmen". Federer, Nummer drei der Tenniswelt, hat 2010 sogar einen lebenslangen Vertrag mit den Haller Turnierorganisatoren abgeschlossen.
Hohe Qualität
Aber auch die übrige Qualität des Teilnehmerfeldes kann sich zum 20. Geburtstag sehen lassen. "Der Cut liegt bei 44", schwärmt der Turnierdirektor, "das hatten wir noch nie." Das bedeutet, dass der letzte Spieler, der beim Meldeschluss ins Hauptfeld rutschte, auf Rang 44 in der Weltrangliste platziert ist. "Nur die Grand Slams in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York weisen ein besseres Feld auf", bestätigt Weber.
Die Gerry Weber Open nehmen 2012 eine besondere Stellung im internationalen Turnierkalender ein. Roger Federer, bislang fünf Mal bei den Gerry Weber Open erfolgreich, spricht sogar von einem "Jahrhundert-Tennissommer auf Rasen." Neben Halle und Wimbledon steht mit dem olympischen Tennisturnier in London ein drittes Highlight auf Rasen auf dem Programm. Ralf Weber erwartet deshalb auch ein starkes Doppelfeld bei den Gerry Weber Open. "Es werden bei uns viele Paarungen antreten, die auch bei den olympischen Spielen für ihr Land an den Start gehen."
Der deutsche Anteil in Halle ist diesmal ein wenig überschaubarer als bei den Turnieren zuvor. Mit Titelverteidiger Philipp Kohlschreiber und der aktuellen Nummer eins, Florian Mayer, haben sich nur zwei Spieler für das Hauptfeld qualifizieren können. Routinier Tommy Haas, durch zahlreiche Verletzungen und erforderliche Operationen immer wieder zurückgeworfen, erhielt vom Turnierdirektor eine Wild Card. "Auch die beiden weiteren Wild Cards werden an deutsche Spieler vergeben", verspricht Weber. Er wolle sich aber noch einige Tage Zeit lassen, ehe er die Namen preisgibt.
Dass sich die Gerry Weber Open in den vergangenen 19 Jahren zu einem Erfolgsmodell entwickelt haben, wird an den Zuschauerzahlen deutlich. Beim Debüt 1993 wurden 85.000 Tennis-Betrachter gezählt. In den Jahren danach waren es immer mehr als 100.000. "Im Juni werden wir den zweimillionsten Tennisbesucher auf unserer Anlage begrüßen", erläutert GWO-Marketing-Chef Horst Erpenbeck, der aufgrund des starken Teilnehmerfeldes 110.000 Fans und mehr erwartet.
Auch das ZDF und Sport 1 tragen diesem Qualitätsprodukt Rechnung und senden insgesamt 31 Stunden Live-Tennis aus Halle.
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