12.05.2012
Seat Ibiza: Der spanische Frühlingsbote
Neues, harmonisches Gesicht und ein TSI-Motor, der mit günstigen Verbrauchswerten überrascht.
VON GÜNTER HOFFMEISTER
Geschärftes Ibiza-Profil | FOTOS: FELIX AUSTRIA
Willkommen im Frühling. Mit einer komplett neuen Frontpartie geht der modellgepflegte Seat Ibiza in seine zweite Lebenshälfte. Was vorne gilt, ist auch gut für hinten. Die Heckpartie bekam ebenfalls markant gewinkelte LED-Leuchtelemente, so dass der kompakte Spanier auch aus diesem Blickwinkel wiedererkennbar bleibt. Die neue Nase steht dem Ibiza gut. Das Gesicht wirkt nicht nur schöner, sondern insgesamt harmonischer. Das eckig ausgelegte Tagfahrlicht hebt ihn aus der großen Gruppe der Tagleuchter hervor.
FAKTEN
Seat Ibiza 1.2 FR
Motor: 1.2-l-Vierzylinder Benzindirekteinspritzer mit Turboaufladung, Leistung: 77 kW/105 PS, max. Drehmoment: 157 Nm bei 1.550 U/min, 5 Gänge, EU-5-Abgasnorm, Verbrauch: 5,1 l, CO2:119 gr/km (Werksangabe),Versicherungs-Kl. : HPF: 17; VK: 18; TK: 19.
Maße: Länge: 4,08 m, Radstand: 2,46, Wendekreis: 10,5 m, Laderaum: 292 bis 938 l, Leergewicht: 1.090 kg, Testverbrauch: 6,6 l
Ausstattung: alle Sicherheitsdetails vorhanden, Sportsitze, Höhen- und längs verstellbares Lenkrad
Grundpreis: 17.105 Eur
Und drinnen? Die in der FR-Version verbauten Sitze verdienen Lob, sowohl für ihren Seitenhalt, die körperkonforme Ausmodellierung und die stützende Hilfe. Schweißtreibende Bezüge sind ihnen ebenso fremd wie Mangel an Verstellbarkeit. Beim Zweitürer klappen sie weit genug nach vorne und erleichtern so zusammen mit der Sitz-Vorrollfunktion den Zustieg auf die hinteren Plätze. Wer dort sitzt, muss bauartbedingt mit etwas weniger Platz (aber nicht beengt) überm Kopf und vor den Knien vorliebnehmen. Und der Stauraum im Heck (größer als im VW Polo) bietet genügend Platz für allerlei.
Die Verarbeitung im Innenraum ist tadellos. Dass Kunststoffmaterial verbaut wird, stört nicht, weil Seat es hinbekommt, dass es optisch nicht störend wirkt. Alles passt, nichts knarzt oder wackelt.
Ein wenig gemischte Gefühle hinterlässt der Spanier im Fahralltag. Einerseits ist er wendig und lässt sich mit der leichtgängigen und gut rückmeldenden Servolenkung zielgenau dirigieren. Sicher und fahrstabil durcheilt er enge wie weite Kurvenpassagen. Andererseits gibt die straff ausgelegte Federung/Dämpfung nahezu jede Fahrbahnunebenheit weiter und die recht hart abrollenden Bridgestone-Potenza-Reifen unterstreichen diesen Eindruck.
Viel Lob für die Motorisierung
Viel Lob verdient (neben der sehr wirkungsvoll arbeitenden Bremsanlage) die moderne 1.2-l-Motorisierung. Der Antrieb (Benzindirekteinspritzer mit Turboaufladung, leider aber ohne Start-Stopp-System) läuft sehr kultiviert, auch bei höheren Drehzahlen. Wird er in der Stadt- und im Über-Land-Betrieb gefordert, überrascht der günstige Verbrauch. Auch bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn bleibt der Konsum akzeptabel. Doch wer Tempo macht und drehzahlbetonte Fahrweise liebt, freut sich zwar über die spontane Schubkraft des Motor, muss aber auch mit den Auswirkungen beim Verbrauch leben, denn der steigt an. Typisch für Turbomotoren. Das sollte man bedenken. Es ist aber kein grund, die Freude mit dem wendigen Ibiza zu verderben.
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