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07.07.2012
VW Beetle: Der Golf im Käferkleid
Unter der gelungenen Retro-Hülle des VW Beetle steckt viel Technik vom aktuellen VW-Bestseller
VON LOTHAR HAUSFELD

Gut kopiert | FOTO: VW

Er läuft und läuft und läuft. So textete der Volksmund über den VW Käfer, der über Jahrzehnte eines der erfolgreichsten Autos auf der Welt war. Seinem Nachfolger, dem New Beetle, war weniger Glück beschieden, und auch der zweiten Generation, der VW das "New" strich, fehlt bislang zumindest hierzulande die Initialzündung. Mit dem dezenten "Retro" beim Design ist es spätestens vorbei, wenn man Platz genommen hat auf einem der vier Plätze.

Gott sei Dank hat VW auf den billigen Effekt verzichtet, eine Blumenvase an Bord zu installieren. Das hatte schon der Ur-Käfer und auch der New Beetle. Das sollte beim Vorgänger wohl als Referenz an die Vergangenheit gelten, fanden wir aber immer schon peinlich. Im Gegensatz zu anderen VW-Modellen wirkt das Interieur nicht ganz so hochwertig, nicht ganz so perfekt. Hübsche Farben verdecken

Info

FAKTEN

VW Beetle 1.2 TSI

Motor: 1.2-l-Vierzylinder (77 kW/102 PS), max. Drehmoment: 175 Nm, Effizienzklasse
D, Verbrauch: 5,9 l, CO2:
137 g (Werk), 6-Gang-Schaltung, Frontantrieb.
Maße: Länge: 4,28 m, Leergewicht:
1274 kg, zul. Gesamtgewicht: 1680 kg.
Testverbrauch: 6,4 l/100 km.
Ausstattung: Fahrer-/Beifahrerairbag, Audiosystem. Extras: Navisystem 675
Euro, Klimaanlage 900 Euro, "Käfer"-
Schriftzug: 49 Euro.
Grundpreis: 16.950 Euro, gefahrene
Version: 21.530.

manche billige Plastikfläche, und auch wenn die Schrulligkeit einer Vase fehlt, gibt es doch die eine oder andere Merkwürdigkeit im Innenraum. So etwa die Tatsache, dass zwar einige Ablageflächen für den alltäglichenKrimskrams vorhanden sind, aber ein vollwertiges Ablagefach in den Türen fehlt. Hier gibt’s nur Stofffetzen, die eine kleine Trinkflasche an Ort und Stelle halten, vieles andere fällt aber unter den Haltebändern durch.

Fahrwerk bietet spaßorientierten Fahrern genügend Freiräume

Zwar gibt es kein Start-Stopp-System, doch wer sich zusammenreißt, der nähert sich den im Testlabor ermittelten 5,9 Litern auf 100 Kilometer auf immerhin 0,5 Liter. Dazu ist allerdings schon eine ganze Menge an Zurückhaltung nötig. Im Alltag stellt es sich aber häufig so dar, dass der 1,2-Liter-Turbo Drehzahlen braucht, um nicht zum rollenden Stoppschild zu mutieren.

Unterhalb 1500 Umdrehungen passiert nur wenig, weshalb das Beschleunigen aus hohen Gängen zum Geduldsspiel wird. Wenn der Motor aber Drehzahlen bekommt, dann legt der Beetle durchaus eine kesse Sohle aufs Teerparkett.

Das Fahrwerk bietet spaßorientierten Fahrern genügend Freiräume – hier zeigt der Beetle seine Wurzeln, denn unter der Haube steckt ganz schön viel Technik vom aktuellen Golf, und der ist in vielerlei Hinsicht in der Kompaktklasse immer noch der Maßstab.

Fazit: Der VW Beetle ist mit dem Einstiegsbenziner kein Sportler, eine Familienkutsche schon mal gar nicht. Zum Sparmobil taugt der Beetle auch nicht, als legitimer Käfer-Nachfolger ist er deutlich zu teuer eingepreist. Dem Einstiegsmodell für 16 950 Euro mangelt es beispielsweise an einer Klimaanlage. Stattdessen ist er ein schicker Kompakter für Individualisten.


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