Der Peugeot 308CC ist zwar ein Cabriolet, aber eines, das bauartbedingt nur sehr wenig Frischluft in den Innenraum lässt
Blech oder Stoff? Fast scheint es so, als würde das Pendel mittlerweile wieder zu den traditionell gehaltenen Stoffdach-Cabrios ausschlagen. Peugeot war vor einigen Jahren der Wegbereiter der Klappdach-Erfolgsmodelle. Jetzt waren wir mit dem 200 PS starken 308 CC unterwegs. Das solide Dach, das in einem für technisch affine Personen durchaus aufsehenerregenden Technik-Striptease gut 20 Sekunden braucht, um im Kofferraum zu verschwinden, soll den 308 CC zu einem Allwetter- und Ganzjahres-Auto machen. Das sind mittlerweile aber auch die stoffbemützten Cabrios.
Fakten
Peugeot 308CC 200 THP
Motor: 1.6-l-Vierzylinder (147 kW/200
PS), max. Drehmoment: 275 Nm, Effizienzklasse:
C, Verbrauch: 7,0 l, CO2:
162 g/km (Werk), 6-Gang-Schaltung,
Frontantrieb.
Maße: Länge: 4,44 m, Leergewicht:
1.655 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.984
kg. Testverbrauch: 8,2 l.
Ausstattung: Lederausstattung, 2-Zonen-
Klimaautomatik, Nackenheizung
Extras: Navigationssystem 1690 Euro,
Xenon-Paket 990 Euro.
Grundpreis: 34.000 Euro, gefahrene
Version: 38.110 Euro.
Der größte Unterschied zwischen Stoff und Stahl tritt zutage, wenn das Wetter eine offene Fahrt zulässt. Während in traditionellen Cabriomodellen tatsächlich ein ganz ordentlicher Windzug herrscht und somit auch "echtes" Cabriofeeling auftritt, bleibt die Luft im 308 CC meistens draußen. Konstruktionsbedingt, vor allem dank der extrem schräg stehenden Windschutzscheibe – Vorsicht, den Kopf nicht
stoßen! – ist hier auch im offenen Zustand Schluss mit luftig. Im Kofferraum des 308 lag ein Windschott, wie wir irgendwann feststellten. Nicht, dass wir es gebraucht, geschweige denn vermisst hätten.
Wer sich also mit einem Cabrio light anfreunden kann, der sitzt hier definitiv richtig, erst recht, wenn die Nackenheizung Airwave" (nicht für die Basisausstattung "Access", 710 Euro Aufpreis bei "Active", Serie bei "Allure") auf Wunsch warme Luft aus den Kopfstützen bläst. Dann kann einem selbst der deutsche Sommer nichts anhaben. Nun gut, vorausgesetzt, es ist zumindest trocken.
Der 200 PS starke Vierzylinder benötigt bestenfalls nur 8,3 Sekunden, um auf Landstraßen-Limit zu beschleunigen, die Federung ist angenehm straff, dabei aber jederzeit ausgewogen. Wenn die Lenkung einen Tick weniger synthetisch wirken würde, ließe sich der Fahrspaß auf kurvigen Landstraßen noch erhöhen. Auf Langstrecken verzichtet das Fahrwerk auf grobe Tritte in den Rücken, auch nach mehreren Hundert Kilometer entsteigt man dem 308 CC entspannt.
Das Topmodell der Reihe kostet mindestens 34.000 Euro, dafür darf man dank der umfangreichen Ausstattung Zurückhaltung bei den Extras an den Tag legen. 34.000 Euro, eine Menge Geld für ein Kompaktmodell, aber bei einem Cabrio überwiegen die emotionalen Kaufgründe. Mit der Ratio ist es dagegen eher so wie mit dem Wind in diesem Modell: Sie muss meistens draußen bleiben.