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06.10.2012
Mercedes B-Klasse: B-geistert mit Sicherheit
schick, praktisch und hochwertig, aber im Verbrauch zu durstig

In puncto Optik einer der schönsten derzeit erhältlichen Vans | FOTO: DAIMLER

Mercedes B-Klasse? Da ist für viele der Fall klar: Der geräumige Hochsitz ist vor allem für reifere Menschen ein ideales Gefährt. Und obwohl das Konzept bestens funktionierte, hat Mercedes bei der Neuauflage damit radikal gebrochen. Schicker, sportlicher, dynamischer – damit will man ein jüngeres Publikum ansprechen. Geht das Vorhaben auf? Wir haben es im B 200 überprüft.

Im Cockpit hat sich eine ganze Menge getan. Verarbeitung und Materialen sind top, die Bedienung pfiffig, aber dennoch durchschaubar – das alles ist so ungewöhnlich bei Mercedes ja nicht, aber die Optik ist ganz schön sportlich ausgefallen. Vorne wie hinten gibt es mehr als ausreichend Platz. Unbedingt empfehlenswert: Das Easy-Vario-Plus-System für 672 Euro. Dann lässt sichdie Rücksitzbank in der Länge verschieben, der Beifahrersitz umklappen und der Kofferraumboden in der Höhe verstellen, sprich, die Variabilität erhöht sich signifikant.

Info

Mercedes B200

Motor: 1.6-l-Vierzyl.-Benziner (115 kW/156 PS), max. Drehmoment: 250 Nm, Effizienzkl.: C, Verbrauch: 5,9 l, CO2: 138 g/km (Werk), 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe(Extra), Frontantrieb.

Maße: Länge: 4,36 m, Leergewicht: 1.395 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.960 kg, Testverbrauch: 7,4 l.

Ausstattung: Klimaanlage, LED-Tagfahrlicht, Audiosystem mit Freisprecheinrichtung. Extras: Klimaautomatik (606 Euro), Schiebedach (1.362 Euro).

Grundpreis: 28.292 Euro, gefahrene Version: 44.154 Euro. (Stand 10/2012)

Kaum steigern lässt sich das Angebot an Sicherheitssystemen in der B-Klasse. Serienmäßig wacht die Elektronik unter anderem über drohende Unfälle oder einen müde werdenden Fahrer, ganz zu schweigen von der Armada an Airbags, die, an allen möglichen Stellen im Fahrzeug verteilt, im Falle eines Unfalles schützend eingreifen kann. Ein Tempomat, der Abstand zum Vordermann hält (1.023 Euro), eine Rückfahrkamera (345 Euro) oder ein Spurhalte- und Totwinkel-Assistent(892 Euro) schoben ebenfalls Dienst und wachten über Insassen und Auto.

Auf der Straße ist der B200 etwas für Komfortjunkies. Der 156-PS-Vierzylinder, in unserem Testmodell an eine siebenstufige Doppelkupplung gehängt (2.165 Euro), hat die Ruhe weg. Sprints sind sein Ding nicht, vielmehr säuselt sich das extrem leise Aggregat stressfrei auf Tempo 100 und darüber hinaus. Abgesehen davon, dass das Doppelkupplungsgetriebe bei allzu hektischen Gasbefehlen manchmal ins Stottern gerät, wird der Motor im Sportmodus zum Säufer. Verbrauchswerte von neun Litern sind keine Seltenheit. Selbst beiäußerster Zurückhaltung sank der Wert nicht unter 7,4 Liter – eindeutig zu viel.

Gute 28.000 Euro kostet der B200 mindestens, was die meisten jungen Familien schon mal rechnen lassen müsste. An Extras hat Mercedes im Testmodell weitere gut 16.000 Euro verbaut – und die 44.154 Euro, die der B200 mit zahlreichen Komfortgimmicks kosten würde, sind nicht das Ende der finanziellen Fahnenstange. Nur sind dann die "jungen" Käufer endgültig bei einem anderen Modell gelandet.


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