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13.10.2012
Porsche 911 Carrera S Carbio: S ist Sommer
Kaum Platz für Vernunft, dafür umso mehr für unbändigen Fahrspaß

Der (kurvige) Weg ist das Ziel | FOTO: PORSCHE

Regen. Nasse Straße. Diesig. 13 Grad. Trübe Stimmung. Herbst. Cabriowetter? Nicht hier. Und das, obwohl mit dem Porsche 911 Carrera S Cabriolet eines der absoluten Traumautos wartet.

Statt die 400 Pferde aus dem 3,8 Liter großen Boxermotor zum Leben zu erwecken, blättern wir erst mal in der Preisliste. Eines wird klar: Die Abteilung Vernunft hat hier keinen Sitzplatz. 114.931 Euro
kostet die besonders bissige S-Variante in der Basisversion, und schon beim flüchtigen Durchblättern der Preisinformation, die eher Buch denn Liste ist, entdecken wir im Testwagen verbaute Extras im Wert eines Mittelklassekombis.

Info

FAKTEN

Porsche 911 Carrera S Cabrio

Motor: 3.8-l-6-Zyl.Boxer (294 kW/400 PS), max. Drehmoment: 440 Nm, Effizienzklasse: G, Verbrauch: 9,7 l, CO2: 229 g/km (Werk), 7-Gang-Handschaltung, Heckantrieb.

Maße: Länge: 4,49 m, Leergewicht: 1.465 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.885 kg, Testverbrauch: 10,5 l.

Ausstattung: Elektrisches Stoffverdeck, el. verstellbare Sportsitze. Extras: Keramikbremse (8.508 Euro),Navigationssystem (3.147 Euro).

Grundpreis: 114.931 Euro, gefahrene
Version: 137.237 Euro.

Der Regen hat zwar etwasnachgelassen, das Dach muss trotzdem zu bleiben. Zündschlüssel umgedreht, ein mächtiges "Wruuuum" ertönt aus den vier Auspufftöpfen, und ein sonores Brabbeln erfüllt die Umgebung. Langsam rollen wir los, um zunächst die Sieben-Gang-Handschaltung zu ertasten. Die Extra-Schaltgasse stellt den Fahrer nicht vor unüberwindbare Schwierigkeiten, hier und dort hat man aber leichte Probleme, den Schalthebel durch die richtige
Lücke in den gewünschten Gang zu drücken.

Dafür entschädigt der Sound aus dem Heck. In allen Drehzahllagen feuert der Motor ein Hardrock-Halleluja ab, das zwischen Säuseln,
Brummen, Kreischen und Toben die komplette Klaviatur der sportlichen Auspuffakustik beherrscht. Gesteigert werden kann das Ganze noch durch das Betätigen der "Sport"-Taste auf der Mittelkonsole.

Dann werden nicht nur Gaspedalbefehle noch direkter weitergeleitet, sondern ein Sound Symposer dirigiert die Hecksinfonie in den Fahrzeuginnenraum, was das sechszylindrige Crescendo nochmals intensiviert.

Trotz der 400 PS, trotz der extrem straffen Abstimmung: Der Porsche 911 ist ein alltagstaugliches Auto. Ein Hauch von Vernunft – auch beim Verbrauch, wo Porsche sogar ein Start-Stopp-System
eingebaut hat. Auch deswegen: 9,7 Liter auf 100 Kilometer sind in der Theorie ein guter Wert für einen Sportwagen, 10,5 Liter im Alltag sind in Ordnung.

Mittlerweile hat der Regen aufgehört, Zeit, die Stoffmütze vom Autokopf zu ziehen. Vollautomatisch surrt das Verdeck in die Versenkung. Technikstrip vom Feinsten, ohne anhalten zu müssen:
Bis Tempo 50 funktioniert die Show, auch in die andere Richtung. Am Ende des Tages ist die Straße trocken. Der Porsche hat Feierabend und kühlt, laut knisternd, vor der Garage langsam ab. Diesige Luft. Zwölf Grad. Trübe Stimmung, Herbst? Nicht hier. S ist Sommer.


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