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20.10.2012
Volvo C30 D4: Tschüss, Schneewittchen!
Der Volvo C30 ist ein kompakter Charakterdarsteller, wird aber trotzdem Ende des Jahres eingestellt

Es war einmal . . . ein Auto, das war so außergewöhnlich, dass sich die Menschen auch 40 Jahre nach seinem Abgang daran erinnern. Und an den Spitznamen: Schneewittchensarg. Obwohl es eigentlich
Volvo P1800 ES hieß.

Info

"FAHRBERICHT

Volvo C30 D4

Motor: 2.0-l-Fünfzylinderdiesel (130 kW/177 PS), max. Drehmoment: 400 Nm, Effizienzklasse: B, Verbrauch: 5,1 l, CO2: 134 g/km (Werk), 6-Stufen-Handschaltung, Frontantrieb. Maße: Länge: 4,27 m, Leergewicht: 1.536 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.900
kg, Testverbrauch: 7,5 l.

Ausstattung: Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Audiopaket. Extras: Standheizung (1.150 Euro), Totwinkelwarner (620 Euro).

Grundpreis: 27.040 Euro, gefahrene

Version: 41.250 Euro.

Um die Menschen ein wenig an diese Zeiten der frühen 1970er-Jahre zu erinnern, baute der Hersteller ein Modell, das den Esprit des Schneewittchensargs einfangen sollte: den Volvo C30. Doch . . . das Leben ist nun mal kein Märchen, sondern harte Realität – und deswegen fasste der kompakte Schwede nie richtig Fuß. Mit dem Ergebnis, dass die letzten Exemplare dieses Charakterdarstellers Ende des Jahres vom Band laufen. Schade drum. Wir nahmen im 177 PS starken C30 D4 Abschied.


Dass es ihn nicht als Fünftürer gibt, macht ihn für Familien
schon mal per se unfahrbar, denn das Klettern auf die hinteren Plätze gestaltet sich auch für kleinere Personen grotesk. Der Kofferraum ist nur wenig mehr als ein kleines Löchlein, versteckt hinter einer hohen Ladekante und nur unzureichend verborgen unter einem labbrigen Etwas, das die Bezeichnung "Kofferraumabdeckung" nicht verdient.

Also macht man am besten aus der Not eine Tugend, klappt die hinteren Sitze um und nutzt die Rücklehnen als Extrastauraum. Die Kofferraumabdeckung bleibt in der Garage. Soll der Nachbar doch durch die Heckscheibe sehen, was im Kofferraum liegt.

Aber wissen Sie was? Alles (fast) egal. Wenden wir uns lieber schöneren Dingen zu. Etwa dem hübschen Innenraum, der skandinavisches Design par excellence bietet,  inklusive kühl-behaglichen Ambientes und scheinbar schwebender Mittelkonsole. Der zwei Liter große Reihenfünfzylinder hat mit dem Anderthalbtonner leichtes Spiel; darüber hinaus arbeiten Fahrwerk (komfortabel) und Motor (kultiviert und kraftvoll) ohne jeden Anlass zu Kritik.

Die kommt noch einmal auf, wenn wir im Märchenbuch das Preiskapitel aufschlagen. Der Topdiesel kostet mindestens 27.040 Euro, als "Edition Pro" 31.640 Euro, mit Extras und icherheitsfeatures wie Totwinkelwarner oder Notruffunktion, die im Testwagen verbaut waren, mal eben 41.250 Euro.

Die Preise – sicherlich mit ein Grund, warum der C30 nicht den erhofften Erfolg brachte. Das Leben ist nun mal kein Märchen. Und deswegen gibt’s an dieser Stelle leider auch kein Happy End. Sondern das Produktionsende. Spieglein, Spieglein an der Wand, der C30 war einmalig im Land. Tschüss, Schneewittchen. War schön mit dir. Der Volvo C30 ist ein kompakter Charakterdarsteller, wird aber trotzdem Ende des Jahres eingestellt


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