Fußballkommentator Marcel Reif wird der Ausspruch "Wenn sie dieses Spiel atemberaubend finden, dann haben Sie es an den Bronchien" nachgesagt. Auch auf Autos kann man dieses Bonmot anwenden. Wenn Sie beispielsweise den Toyota Avensis atemberaubend finden, dann sollten Sie sich ruhig mal einem umfassenden Gesundheitscheck unterziehen.
Manchmal ist eben Verlässlichkeit gefragt, ein solider Auftritt. Dann stört es weniger, dass ein Auto keine herausragenden Fähigkeiten besitzt, wenn es keine eklatanten Mängel aufweist. Dann könnte ein Toyota Avensis ins Spiel kommen, den wir mit 124-PS-Diesel und in der Combi-Variante fuhren.
Toyota Avensis Combi 2.0 D-4D
Motor: 2.0-l-Diesel (91 kW/124 PS),
max. Drehmoment: 310 Nm, Effizienzklasse:
A, Verbrauch: 4,6 l, CO2: 120
g/km (Werk), 6-Stufen-Handschaltung,
Frontantrieb.
Maße: Länge: 4,78 m, Leergewicht:
1.585 kg, zul. Gesamtgewicht: 2.130
kg, Testverbrauch: 5,7 l.
Ausstattung: Klimaanlage, CD/MP3-
Audiosystem. Extras: Einparkhilfe hinten
(350 Euro), Leichtmetallfelgen (650
Euro).
Grundpreis: 25.950 Euro, gefahrene
Version: 30.290 Euro.
Hier klappert und quietscht nichts, alles fasst sich ganz nett an – aber Herzklopfen kommt bei dem arg nüchtern wirkenden und großflächig verarbeiteten Kunststoff wahrlich nicht auf. Die Instrumente sind gut ablesbar, allerdings in einem höllisch nüchternen Orangeton gehalten, der an die ersten monochromen Computerbildschirme aus den 1980er-Jahren erinnert.
Es sind daher vor allem die nützlichen Dinge, mit denen
der Avensis Combi punkten kann. Die großzügig verteilten Ablagefächer. Das fantastische und ab 550 Euro sogar relativ günstige Navigationssystem "Toyota Touch & Go". Der große Kofferraum, der zudem einfach in verschiedenen Positionen umgeklappt werden kann. Der großzügig bemessene Knieraum für die Fondpassagiere.
Der zwei Liter große und 124 PS starke Vierzylinder- Diesel ist keine Ausgeburt an Spritzigkeit, liefert aber genügend Drehmoment, nämlich 310 Newtonmeter, um – na? – unaufgeregt von A nach B zu kommen. Zum schaltfaulen Rollen reicht es allemal,nur zum Beschleunigen sind der fünfte und sechste Gang eher ungeeignet. Bis Tempo 200 galoppieren die 124 Pferdchen, dann allerdings müssen die Insassen die Stimme erheben: Der Wind rüttelt ab Tempo 130 ganz ordentlich an der Karosserie, pfeift ein lautstarkes Lied, gegen das man ankämpfen muss.
Interessant wird es ab der Ausstattung "Life", die für 27.800 Euro Annehmlichkeiten wie Nebelscheinwerfer, Klimaautomatik, Tempomat oder Rückfahrkamera an Bord hat. Dass Toyota auch hier serienmäßig nur 16-Zoll-Stahlräder anbietet, ist nach unserem Geschmack eine Spur zu nüchtern. Leichtmetallfelgen kosten 650 Euro extra – oder man greift zur "Executive"-Ausstattung. Die bietet zwar auch kein Herzklopfen. Aber mit Sitzheizung, Premium-Soundsystem oder Ledersitzen immerhin etwas Luxus.