Der Nissan Qashqai+2 ist ein variabler und komfortabler Begleiter für die ganze Familie – nur die dritte Sitzreihe ist entbehrlich
Der Nissan Qashqai ist einer der größten Überraschungserfolge der letzten Jahre. Der Japaner krempelte das Kompaktsegment mit weltweit über einer Million verkaufter Modelle komplett um. Wir waren im verlängerten Qashqai+2 auf Spurensuche.
Nach vier höchst erfolgreichen Jahren hat Nissan seinem Aushängeschild im vergangenen Jahr neben einem umfangreichen Facelift auch ein Technik-Update spendiert. Mit der veränderten Front kamen auch ein neuer Dieselmotor sowie eine Einparkhilfe mit Rundum-Kamera zum Einsatz.
FAKTEN
Nissan Qashqai+2 1.6 dCi
Motor: 1.6-l-Diesel (96 kW/130 PS),
max. Drehmoment: 320 Nm, Effizienzklasse:
A, Verbrauch: 5,3 l, CO2: 139
g/km (Werk), 6-Stufen-Handschaltung,
Frontantrieb.
Maße: Länge: 4,45 m, Leergewicht:
1.640 kg, zul. Gesamtgewicht: 2.320
kg, Testverbrauch: 5,5 l.
Ausstattung: Zwei-Zonen-Klimaautomatik,
Panorama-Glasdach. Extras:
Navigationssystem (750/1.150 Euro),
Metalliclackierung (550 Euro).
Grundpreis: 28.150 Euro, gefahrene
Version: 36.150 Euro.
Gerade der neue, 1,6 Liter große Selbstzünder ist eine positive Begleiterscheinung des Facelifts. Der 130 PS starke Dieselmotor passt bestens zu dem Qashqai mit dem verlängerten Radstand;
anders als der kleine Diesel mit 110 PS ist hier von Müdigkeit und Trägheit nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil, wenn der Fahrer den
Drehschalter auf der Mittelkonsole auf Vorderradantrieb gestellt hat (4x4 kostet gut 2000 Euro Aufpreis), ist die antreibende Vorderachse schon mal überfordert mit den 320 Newtonmetern
Drehmoment und lässt die Reifen durchdrehen. Im aktivierten Allradantrieb wird die Kraft sauber und verlustfrei auf die Straße gebracht.
Das "+2" im Namen trägt der Qashqai, weil er mit der dritten Sitzreihe zwei weiteren Personen Platz bieten soll. Theoretisch. Mit viel gutem Willen kann man die beiden Klappsitze als Notunterkunft für ganz kurze Strecken und ganz kurze Menschen betrachten. Größere Personen werden dorthin nur unter Aufbringung ihres gesamten Wissens aus dem VHSGymnastik-Kurs krabbeln können. Sitzen werden sie dort aber nur können, wenn sie im letzten Indienurlaub die Prüfung zum staatlich anerkannten Schlangenmenschen gemacht haben.
Ein wenig irreführend ist das "+2" also. Wenn schon, schlagen wir "+140" als Namenszusatz vor, denn im Vergleich zum Standard-Qashqai schluckt der Kofferraum in dieser Variante 140 Liter mehr, nämlich 550. Punkten kann der Japaner aus britischer Produktion aber nicht nur mit schierer Größe, sondern auch mit praktischen Details. So ist die zweite Sitzreihe in der Länge verschiebbar und dreifach teilbar, die Kofferraumabdeckung kann in einem Fach unter dem Ladeboden versteckt werden.
Angeboten wird der Qashqai+ 2 in vier Varianten (Visia, Acenta, Tekna, i-Way); der Einstiegspreis für den 130- PS-Diesel ist mit 28.150 Euro (Acenta, Sechs-Gang-Schaltgetriebe und Frontantrieb)
kein Schnäppchen, angesichts der Serienausstattung aber angemessen.