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22.12.2012
Opel Ampera: Eine Woche an der Dose
Alltagstest: Das Elektroauto ist nicht alltäglich, aber zu 100 Prozent alltagstauglich

Das Kabel muss mit | FOTO: OPEL

Opel ist mal wieder in den Negativschlagzeilen: Werksschließungen, Jobverluste, rote Zahlen. Dabei sind die Autos so gut wie nie. So wie der elektrische Opel Ampera, mit dem wir eine Woche unterwegs waren. Trotz voller Batterien verspricht die Reichweitenanzeige nur 45 Kilometer – und das, obwohl im besten Fall 80 Kilometer rein elektrische Fahrt möglich sein sollen.
 
Aber es ist Winter, die kalten Außentemperaturen fordern ihren Tribut und knabbern an der Leistungsfähigkeit der
Batterie. Gut, dass der Ampera kein reines Elektroauto ist, sondern einen 35 Liter großen Benzintank besitzt, mit dem auch größere Reichweiten möglich sind. Bei der ersten Fahrt fällt vor allem die aufwendige und ungewöhnliche Instrumentierung
auf. Viele grafische Elemente, viele Animationen, Steuerung weitestgehend über Touchscreen. Wie ein iPhone auf Rädern.

Info

Opel Ampera

Motoren: Elektromotor (111 kW/150 PS), Generator zur Reichweitenverlängerung (54 kW/73 PS), 1.4-l-Benzinmotor (63 kW/86 PS), Effizienzklasse: A+, Verbrauch: 1,2 l, CO2: 27 g/km (Werk), Frontantrieb.
Maße: Länge: 4,50 m, Leergewicht: 1.732 kg, zul. Gesamtgewicht: 2.000 kg, Testverbrauch: 2,3 l.
Ausstattung: Ladekabel, Infotainmentsystem mit Touchscreen. Extras: Diebstahlwarnanlage (350 Euro).
Grundpreis: 45.900 Euro, gefahrene Version: 51.200 Euro. (Stand 12/2012)

Den Weg zum Kindergarten und zum anschließenden Einkaufen schaffen wir noch rein elektrisch, dann, auf dem Weg nach Hause, geht der Batterie die Puste aus, der 86-PS-Benzinmotor schaltet sich hinzu, was der Fahrer kaum merkt. Der Benziner treibt übrigens nicht die Räder an, sondern arbeitet wie ein Generator und schickt seine Energie an einen zweiten Elektromotor, der wiederum den elektrischen Hauptantriebsmotor mit 150 PS füttert. In der heimischen Garage wird der Ampera schließlich wieder an die Steckdose gehängt, gut vier Stunden dauert der komplette Ladevorgang.

Einmal Volltanken für 3 Euro

Mal abgesehen davon, dass rund um das Elektroauto noch viele Fragen ungeklärt sind (Infrastruktur der Ladesäulen, "grüner" Strom, Ladedauer, Reichweite, Anschaffungspreise, um nur die wichtigsten zu nennen): Was kostet eigentlich einmal "volltanken" an der Steckdose? Geht man von einem durchschnittlichen Preis von 25 bis 30 Cent pro Kilowattstunde Strom aus, sind es
rund 2,50 bis 3 Euro pro Aufladung.

Der Durchschnittsverbrauch variiert erheblich und hängt, noch mehr als bei herkömmlichen Fahrzeugen, vom Streckenprofil
und vor allem der täglichen Streckenlänge ab. Auf dem Weg vom Wohnort ins Büro – gute 20 Kilometer – blieb der Ampera jedenfalls stets bei einem Verbrauch von 0,0 Liter Benzin. Wer wiederum auf der Autobahn bei leerer Batterie mit Vollgas-
Benzinerunterstützung fährt, liegt schon mal bei über fünf Litern. Der Ampera ist, wie alle anderen Elektroautos auch, nicht alltäglich. Aber es ist das derzeit einzige "echte" Elektroauto, das den Alltag zu 100 Prozent erledigen kann.


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