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29.12.2012
Subaru XV: Von außen in die Mitte
Der Weg in den Mainstream
VON LOTHAR HAUSFELD

Auffällig | FOTO: SUBARU

Subaru, das ist, zumindest hierzulande, die sympathische Marke für den Geschmack abseits des Mainstreams. Mit dem Kompakt-SUV XV, das seit Anfang des Jahres auf dem Markt ist, wollte man von der Außenseiterrolle ein wenig mehr indie Mitte, Richtung Mainstream. Von den nackten Verkaufszahlen – gut 2.500 Stück werden es Ende des Jahres wohl sein – ist das vielleicht nicht gelungen, aber immerhin: Hinter dem Forester nimmt der XV im Subaru-Ranking Platz zwei ein.

Info

Subaru XV 2.0D

Motor: 2.0-l-Boxerdiesel (108 kW/147 PS), max. Drehmoment: 350 Nm, Effizienzklasse: C, Verbrauch: 5,6 l, CO2: 146 g/km (Werk), 6-Gang-Handschaltung, Allradantrieb.
Maße: Länge: 4,45 m, Leergewicht: 1.525 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.960 kg, Testverbrauch: 6,2 l.
Ausstattung: Audiosystem, Klimaautomatik, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen. Extras: Lederausstattung (2.590 Euro), Metalliclackierung (490 Euro).
Grundpreis: 27.200 Euro, gefahrene Version: 33.590 Euro. (Stand 12/2012)

Ganz ohne Schrulligkeiten geht’s aber auch bei einem Mainstream-Subaru nicht: Unter der Haube des Testwagens steckte ein Boxer-Dieselmotor, eine Aggregatskonstruktion, die weltweit ziemlich einmalig ist. Aber ebenso wie Allradantrieb ist der Boxermotor bei Subaru eben Usus.

Und der 147 PS starke Diesel ist eine echte Perle im Segment. Nach einem kurzen, recht heftigen Nageln im kalten Zustand wechselt der XV schnell die Tonlage, verfällt in ein sanftes Schnurren, weitestgehend unabhängig von Geschwindigkeit und Drehzahl. Mit 350 Newtonmetern Drehmoment gibt’s genügend Kraft, um den eineinhalb Tonnen schweren XV zügig auf Touren zu bringen.

Auch wenn es den XV ausschließlich mit Allradantrieb gibt, auch wenn er mit seinen rustikalen Anbauteilen den Eindruck erweckt, er würde sich gerne im Matsch suhlen, ist er eher einer für den Boulevard. Angesichts dieser Tatsache verwundert es ein wenig, dass die Entwickler ihrem Fahrzeug eine äußerst straffe Auslegung mit auf den Weg gegeben haben. Die Passagiere werden auf schlechten Straßen ordentlich durchgeschüttelt.

Obwohl die Ausstattung des XV schon in der Basisversion "Active" ordentlich ist und im Falle von "Exclusive" nur Metalliclack und Lederausstattung als Option übrig bleiben, kommt innen keine Hochstimmung auf. Die Materialanmutung ist eher schlicht, auch wenn der Bordcomputer viele schöne grafische Spielereien bereithält.

Ein wenig mehr Esprit und Schick täten dem Innenraum dennoch gut. Beim Öffnen des Kofferraums ist die Wahrscheinlichkeit, schmutzige Finger zu bekommen, recht hoch. Zum Beladen muss eine recht hohe Kante überwunden werden, und zu schlechter Letzt ist die Kofferraumgröße (380–1270 Liter) enttäuschend.

Auch wenn Subaru mit dem XV von außen in die Mitte drängt: Dank einiger Besonderheiten bleiben die Japaner eine ganz eigene Marke. Angesichts der Tatsache, dass sie die zufriedensten und treuesten Kunden haben, dürften sie damit gut leben können.


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