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09.03.2013
Ford B-Max: Das hohe B
Zwei Schiebetüren und eine versteckte B-Säule: Der Ford B-Max bietet als kompakter Familien-Van einen besonders bequemen Einstieg
VON LOTHAR HAUSFELD

Der Ford B-Max

Kompakte Vans mit Schiebetüren sind so ungewöhnlich nicht. Der Ford B-Max gehört zu dieser Gattung – und ist doch etwas ganz Besonderes: Die B-Säule sitzt versteckt in den Türholmen. Wenn die Portale geöffnet sind, ergibt sich eine ungewöhnlich breite Zugangsmöglichkeit.

Ford wird nicht müde zu betonen, wie innovativ diese Lösung ist, doch im Alltag stellt sich die Frage: Warum wird so hoher konstruktiver Aufwand betrieben, um die B-Säule verschwinden zu lassen? Sicherlich bietet die breite Öffnung einen bequemen Zustieg, doch der B-Max bezahlt dafür mit einem erhöhten Gewicht – bedingt durch stabilisierende Teile in den Türen für hohe Crash-Sicherheit –, weit nach innen gerückten Sitzen durch die dicken Türen sowie schwergängigen Schiebetüren, die Kinder verzweifeln lassen. So reduziert sich der Gag mit der offenen Flanke auf genau
Info

FAKTEN

Ford B-Max

Motor: 1.0-l-Dreizylinder-Benziner (88
kW/120 PS), max. Drehmoment: 170
Nm, Effizienzklasse: B, Verbrauch: 4,9 l,
CO2:114 g/km (Werk), 5-Gang-Handschaltung,
Frontantrieb.

Maße: Länge: 4,08 m, Leergewicht:
1.279 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.760
kg, Testverbrauch: 6,3 l.

Ausstattung: Bordcomputer, Doppelter
Kofferraumboden. Extras: Klimaanlage
(1.140 Euro), Panoramadach (650
Euro).

Grundpreis: 18.350 Euro, gefahrene
Version: 24.985 Euro.

das: einen Gag, der nur wenig handfeste Vorteile bringt.

Abgesehen von diesem Hütchenspielertrick macht der B-Max aber vieles richtig. Das Platzangebot geht in Ordnung, insbesondere die
Kopffreiheit imponiert vorne wie hinten. Der Kofferraum ist mit 318 Litern ordentlich dimensioniert, maximal passen 1.386 Liter hinein, und noch besser hat uns gefallen, dass die Ladekante niedrig ist – leider keine Selbstverständlichkeit heutzutage.

In unserem Test-Mäxchen brummte vergnügt der famose Ein-Liter-Dreizylinder mit 120 PS – und machte ausnehmend viel Spaß. Die 170 Newtonmeter Drehmoment liegen zwischen 1200 und 4000 Umdrehungen an, was in der Praxis bedeutet, dass der B-Max in den meisten Drehzahllagen kraftvoll zur Sache geht. Die Entwickler haben dem Dreizylinder einen Großteil seiner früher typischen Knurrigkeit abgewöhnt; zwar klingt das Eco-Boost genannte Aggregat immer noch recht kernig, nervt aber zu keiner Zeit.

Mit seinem komfortabel abgestimmten Fahrwerk empfiehlt sich der Ford-Van für längere Fahrten, bei denen allenfalls Großgewachsene über die ein wenig zu kurz geratenen Oberschenkelauflagen lamentieren könnten.

Die Preisliste für das hohe B beginnt bei 15.950 Euro, doch ist das kaum mehr als ein Lockangebot. Angesichts der dürren Basisausstattung der ersten beiden Ausstattungslinien – weder Klimanoch Audioanlage sind im "Ambiente" oder "Trend" an Bord – kann man nur dringend empfehlen, mindestens "Titanium" zu wählen. In den dann aufgerufenen Preiskategorien – ab 18.450 Euro, mit 120-PS-EcoBoost mindestens 20.350 Euro – dürften sich
dann allerdings viele Familien nicht mehr uneingeschränkt wohlfühlen.


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