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13.07.2013
BMW 328i Touring Automatik: Der böse Chic
Böser Blick trifft schickes Design
VON LOTHAR HAUSFELD

Böser Blick trifft schickes Design | FOTOS: BMW

Mogelpackungen mag eigentlich niemand. Der BMW 328i Touring ist auf dem Papier ein Kombi, ist aber deutlich schicker als nützlich. Und das "328" führt in die Irre: Unter der Haube arbeitet kein 2,8, sondern ein "nur" 2,0 Liter großer Vierzylinderbenziner. Unsympathisch war der Bayer im Test dennoch nicht.

Dafür macht der Mittelklasse-Klassiker rein optisch schon eine viel zu gute Figur. An der Front der BMW-typische böse Blick, straffe Konturen, sportliches Gesamtauftreten – erst recht, wenn das Ausstattungspaket "Sport" (1900 Euro) an Bord ist. Im Innenraum bewirkt die "Sports Line", dass unter anderem eine rote Zierleiste quer durch das Cockpit läuft – ein wenig zu krawallig, aber letztlich Geschmackssache.

Info

FAKTEN

BMW 328i Touring Automatik

Motor: 2.0-l-Vierzylinderbenziner (180kW/245 PS), max. Drehmoment: 350Nm, Effizienzklasse: C, Verbrauch: 6,5l, CO2: 152 g/km (Werk), 8-Stufen-Automatik,Heckantrieb.

Maße: Länge: 4,62 m, Leergewicht:1.520 kg, zul. Gesamtgewicht: 2.070kg, Testverbrauch: 8,5 l.

Ausstattung: Klimaautomatik, Start-Stopp, Rückbank 40:20:40 teilbar; Extras:Panorama-Glasdach (1.500 Euro),Rückfahrkamera (420 Euro).

Grundpreis: 41.750 Euro, gefahrene Version: 57.940 Euro.

Die Aufpreisliste ist wie gewohnt lang und umfangreich, und neben einigen Frechheiten, die bei einem Fahrzeug dieser Liga eigentlich immer serienmäßig vorhanden sein sollten (Dachreling: 250 Euro, Beifahrer-Airbag deaktivierbar: 40 Euro), gibt es doch vor allem bei Technik und Assistenz etliches, was zwar üppig bezahlt werden muss, bis vor Kurzem aber Modellen der Oberklasse vorbehalten waren. Das BMW-Head-up-Display ist nach wie vor das beste seiner Art, projiziert Tempo oder Navigationsanweisungen direkt in das Blickfeld des Fahrers auf die Frontscheibe (980 Euro), Speed Limit Info (320 Euro) liest die Verkehrsschilder am Straßenrand aus, der Fernlichassistent reguliert eigenständig das rechte Maß der Scheinwerfer (150 Euro).

Auf der Straße macht der 328i eine gute Figur. Das Fahrwerk ist straff ausgelegt, ohne dass man Gefahr läuft, auf Autobahnetappen von Querfugen oder schlechtem Teerzustand genervt zu werden. Die Lenkung ist perfekt, folgt auch der kleinsten Bewegung exakt. 350 Newtonmeter stehen ab 1.250 Umdrehungen in der Minute zur Verfügung, sodass man mit dem 328i aus jeder Fahrsituation spontan beschleunigen kann. Das achtstufige Automatikgetriebe sortiert die Gänge sanft und leichtfüßig, die Besetzung bekommt kaum etwas von den Schaltvorgängen mit.

Auch wenn der "Fahrerlebnisschalter", der unterschiedliche Fahrprofile abruft, zumeist auf "Eco Pro" eingestellt war, wurde der angegebene Verbrauch von 6,5 Litern auf 100 Kilometer um satte zwei Liter verfehlt. In der Regel sind die Dieselmodelle der Münchner eher gefragt; der 328i mit Automatik (41.750 Euro) ist vor allen Dingen etwas für sportlich ambitionierte Fahrer, die hin und wieder mal etwas transportieren müssen. Für einen reinen Lastesel ist der Dreier ohnehin viel zu schick.


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