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20.03.2010
REITERURLAUB
Gipfeltouren und Galopp
Hoch zu Ross ist eine ganz besondere Form der Entspannung

Pause auch für die Pferde | FOTO: TMN

Ein Urlaub im Sattel ist für viele Reiter ein Traum: An Stränden galoppieren oder auf dem Pferderücken ein Gebirge erobern – vieles, was zu Hause nicht so gut möglich ist, lässt sich im Urlaub verwirklichen. Gerade in Europa ist das Angebot vielfältig: Auf organisierten Wanderritten werden die ausgefallensten Touren gemacht – Abenteuer meist inklusive.

Österreich: Besonders populär ist Reiturlaub im Nachbarland. Höher hinauf mit dem Pferd geht es kaum als auf einer alpinen Trekkingtour in Kärnten. "Wir reiten auf uralten Säumerpfaden", erklärt Toni Sauper und leitet seine Gruppe vom "Schlosswirt" im Mölltal in die Berge. "Säumer waren die Männer, die Pferde mit Lasten über die Gebirgszüge führten."

Die Haflingerstute "Lady" stapft voran, bald wird die Baumgrenze passiert. Nun ist der Weg nur noch ein steiniger Pfad. Die Hufeisen der Pferde tragen Stollen, deren Metallstifte so hart wie Skistockspitzen sind. So rutschen sie auf den Steinen nicht so leicht aus. Alpine Ritte sind nicht die schnellsten.

Der Aufstieg ist geschafft

"Doch wer mit Pferden ins Gebirge geht, dem vermittelt sich die Natur noch intensiver", sagt Toni. Bis zum Gipfel auf 2120 Meter ist es nicht mehr weit. Riesige Felsen und ein weiter Blick auf die Alpenwelt: Dieser Ort erscheint für viele Zwei- und Vierbeiner unerreichbar. Doch dann pfeift der Wind durch die Mähnen, und der Aufstieg ist geschafft.

In Frankreich ist eine der berühmtesten Touren der Ritt entlang der Loire. Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele Schlösser wie in dieser Region. "In der Zeit der Renaissance war der Hofstaat ständig unterwegs, natürlich zu Pferde", erklärt Pierrot Chemineau vom Wanderreitstall "Les Abrons". Heute, viele Jahrhunderte später, tauchen die Reiter in diese vergangene Welt der Chevaliers ein. Die Tagesstrecken sind 24 bis 39 Kilometer lang.

Mittags wird meist direkt vor einem Schloss Rast gemacht. Während die Pferde sich auf einer improvisierten Koppel ausruhen, besichtigen die Reiter jeden Tag ein anderes der Schlösser wie Chenonceau, Amboise, Chéverny oder Chaumont.

Château Chambord ist die Krönung aller Schlösser

"Doch die Krönung aller Schlösser der Loire steht am Ende der Reise: Château Chambord", sagt Pierrot. Das Schloss aus Tuffstein zählt 440 Zimmer. Unter den staunenden Blicken anderer Urlauber stellen sich die Reiter zum Erinnerungsfoto auf, quasi in königlicher Pose wie auf einem Reiterstandbild.Wales: Unentdeckt vom Tourismus sind die dünnbesiedelten Black Mountains im Süden von Großbritannien. Am Llangorse See im Nationalpark Brecon-Beacons starten mehrtägige Wanderritte. Myfanwy Mitchell vom "Ellesmere Riding Centre" hat dafür 20 Pferde zur Auswahl. "Mit einem Welsh Cob lässt sich der Puls unseres Landes erfühlen", meint Myfanwy.

Auf diesen muskulösen Kleinpferden geht es vorbei an alten Farmhäusern mit Gartenmauern aus Natursteinen sowie an Feldern und Weiden mit Schafen, Kühen und Waliser Bergponys. Der Ausblick auf Landschaften mit unterschiedlichsten Grüntönen beruhigt die Augen und die Seele des Reiters – hier ist die Ruhe zu Hause.
Link zum Thema
www.webtenerife.com
www.franceguide.com
www.tourisme-equestre.fr
www.ireland.ie
www.visitbritain.de
www.kaernten.at
www.hohetauern.at
www.reit-eldorado.at
www.ungarn-tourismus.de
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Ungarn: Das Wort Puszta weckt bei vielen Reitern Kinderträume vom Galopp durch die Steppe. Dabei schwingt auch der Mythos der Magyaren als ein einst nomadisches Reitervolk mit. Bei Árpád Szabó möchten die Gäste das gerne glauben: Der Ex-Springreiter bietet Trails durch die Kiskunság Puszta südlich von Budapest an.

Auf seinem Gehöft nahe Kunszentmiklós werden die Reiter umsorgt und bekommen ihre Pferde fertig geputzt, gesattelt und aufgezäumt. Dann geht es den ganzen Tag in die Große Tiefebene.

An der Westküste Irlands verspricht Willie Leahy ein Abenteuer auf dem Connemara-Trail. An steilen Abhängen erklimmen die Irish Hunter und Ponys routiniert die felsigen Hügel. Sie sind völlig furchtlos - im Gegensatz zu einigen Reitern.

Die Pferde können den langen Galopp am Strand kaum erwarten

"Auf einfachen Wegen reiten kann jeder", ist Willie Leahys Devise, "ich suche die Herausforderung!" Nach Tagen im Sattel sowie Nächten in altmodischen Landhäusern und Schlosshotels ist der Atlantik erreicht. Die Gischt schäumt in der Mannin Bay bei Clifden. Die Pferde waten tapfer durch die Wellen. Und dann können auch sie ihn kaum erwarten, den langen Galopp am Strand.

In Spanien reitet Nicole Werner mit Gästen sogar auf einen Vulkan. Auf ihrer "Finca Estrella" nahe Icod de los Vinos auf der Nordseite der Insel Teneriffa leben acht Pferde im Offenstall mit Auslauf. Im Westernsattel geht es den Berg hinauf, vorbei an Kanarischen Kiefern, Eukalyptus und Lorbeer. Mühelos gelangen die Pferde auf eine Höhe von 1.400 Metern direkt zum Kegel des "Vulcán Negro".

1706 verschüttete sein Ausbruch die Stadt Garachico. Beim Ritt über die Lavafelder wähnt sich der Reiter fast auf dem Mond. In der Ferne taucht der Teide auf, der mit 3718 Metern höchste Berg Spaniens. Doch plötzlich hat eine Wolke die Reiter umhüllt - und der Teide, der "Herrscher" über die Kanareninsel, ist in Windeseile wieder verschwunden.





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