Ein Paradies atmet auf. Fraser Island (Ausgabe vom 31. Dezember 2010), die weltgrößte Sandinsel und einer der Touristenmagneten Australiens, ist von der Jahrhundertflut, die zurzeit eine Fläche des Bundesstaates Queensland so groß wie Frankreich und Deutschland zusammen überschwemmt, ist weitgehend verschont geblieben.
Da die Region im Südwesten von Queensland 2010 nach Angaben des staatlichen Wetterbüros allerdings das nasseste Jahr seit 1926 hinter sich hat, ist aus touristischer Sicht nicht alles eitel Sonnenschein. "Gerade Last-Minute-Buchungen sind doch ein wenig zurückgegangen, da es schon seit so vielen Wochen regnet", sagte der Manager des Akoma Resorts in Hervey Bay, dem Fährübergang nach Fraser Island, der Lokalzeitung "Fraser Coast Chronicle".
Kevin Smith, Tourismussprecher für Hervey Bay, berichtete, dass er in den vergangenen Tagen viele besorgte Anrufe erhalten hätte, aus Angst, Hervey Bay sei ebenso wie das etwa hundert Kilometer weiter nördlich gelegene Bundaberg überschwemmt. Obwohl Urlaub auf Fraser Island und im angrenzenden Küstengebiet weiterhin möglich sei, könne man den Menschen diese Angst nicht nehmen. "Die Menschen fahren in den Urlaub, um eine schöne Zeit zu haben. Doch sobald sie denken, dass sie hier möglicherweise feststecken und nicht wieder nach Hause und zur Arbeit kommen, bleiben sie weg.
Touren sind erlaubt, allerdings auf eigene Gefahr
Dagegen lässt sich nichts machen." Auch der alle zwei Wochen vom Umweltministerium in Queenslands Hauptstadt Brisbane neu veröffentlichte "Fraser Island Report" erlaubt weiterhin das Fahren auf nahezu allen Sandpisten der Insel. Er warnt aber gleichzeitig davor, dass einige Straßen wegen der heftigen Regenfälle zeitweilig geschlossen werden könnten oder durch umgestürzte Bäume oder Erosion unpassierbar seien. Jeder, der sich für eine Tour entscheide, sollte deshalb besonders vorsichtig fahren und vor dem Start genau auf die Wettervorhersage achten.
Von einem kurzfristig deutlich merkbaren Rückgang der Touristenzahlen wird allerdings offenbar nicht ausgegangen. Der 26. Januar ist "Australia Day", der Nationalfeiertag, mit dem an die Landung der First Fleet im Januar 1788 gedacht wird, wo heute der Hafen von Sydney ist. 11 Schiffe mit fast 1.500 Menschen kamen damals an, die Hälfte davon Strafgefangene, um die erste europäische Kolonie in Australien zu gründen – traditionell einer der geschäftigsten Tage im Jahr. Wer zu dieser Zeit die Insel für mehr als einen Tag besuchen will, sollte möglichst frühzeitig eine Campingerlaubnis beantragen, teilt das Ministerium mit.
Deutsche Reiseveranstalter wie FTI reagieren auf die Situation zum Teil mit dem Angebot, Reisen kostenlos umzubuchen oder zu stornieren.
Dertour und Meier’s Weltreisen haben die Umbuchfrist für Abflüge bis 12. 1. 2011 verlängert, "aber nur für Bausteinreisen in Queensland", erläutert Dertour-Sprecherin, Angela de Sando. Weitere Informationen dazu gibt es in Reisebüros.