Freilichtbühne Porta feiert gelungene Premiere von "Die kleine Hexe" / Acht Bad Oeynhausener mit dabei
Bad Oeynhausen/Porta Westfalica. Piff, paff, puff - an allen Ecken der Portabühne schießen Blitze in die Höhe, raucht es oder lassen die Hexen es krachen. Vor allem die kleinen Besucher der Premiere von "Die kleine Hexe" (nach Otfried Preußler) auf der Freilichtbühne kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Zusammen mit acht Bad Oeynhausener Darstellern feiern sie am Pfingstsonntag eine gelungene Premiere vor ausverkauftem Haus - die auch durch farbenfrohe Kostüme überzeugt.
"Papa, wann kommt denn endlich die kleine Hexe", der kleine Besucher in der ersten Reihe kann es kaum noch abwarten. Schließlich hat er die Hexe gleich zu Beginn erwartet. Statt dessen flattern erst einmal lauter schwarze Raben über die Goethe-Freilichtbühne in Porta Westfalica. Doch dann kommt sie endlich: die kleine Hexe. Gespielt von Karolin Bornemeier, mit bunten Pfeifenputzern im Haar und einem dicken Hexenbuch unter dem Arm. Das muss sie schließlich bis zur Walpurgisnacht auswendig können.
Während die kleine Hexe Rauch aufsteigen, es im großen Hexenkessel krachen oder den Schornstein des Hexenhauses größer werden lässt, lösen Agathe, Käthe und Rufus - die drei weißen Pudel vom Revierförster (Pascal Heger) nach wenigen Minuten den ersten Sturm der Begeisterung aus. Sie sind aber auch zu süß in ihren weißen Kostümen, mit hechelnden Zungen und Händen, die sie als Pfötchen in die Höhe halten.
Eine ebensolche Begeisterung verursachen in der zweiten Hälfte des Stückes die sieben alten Hexen (Wetterhexe Muhme Rumpumpel, die Oberhexe, Knusperhexe Kriemhild, Kräuterhexe Chantal, Moorhexe Monika, Waldhexe Waltraud und die Windhexe). Mit schwarzen Zahnlücken, zerlumpten Kleidern und riesigen Besen wirbeln sie über die Bühne.
Gleich acht Bad Oeynhausener - Bianca Müller (Muhme Rumpumpel), Rebecca Ußling (Waldhexe), Kristina Stelze (Schneemann), Johannes Wöpkemeier (Thomas vom Ochsenwirt), Patrick Huß (Ochse) sowie Tabea, Tobias und Vera Schur - stehen mit auf der Bühne. Sie alle ernten bei der überaus gelungenen Premiere (Regisseur Detlev Schmidt) großen Applaus.
Und sie erleben mit, welche Abenteuer die kleine Hexe bestehen muss, um in den Kreis der großen Hexen aufgenommen zu werden. Lauter gute Taten - der warme Ofen für den Maronimann, Holz für die Holzweiber oder die Rettung des Ochsens vor der Schlachtbank - gehen auf ihr Konto. Für die alten Hexen trotzdem kein Grund, die kleine Hexe in der Walpurgisnacht in ihren Kreis aufzunehmen.
"Hexen sind nicht gut. Sie sind böse", lautet die erste Lektion, die die kleine Hexe mit ihren 127 Jahren lernen muss. Wie sie es trotzdem schafft, weiter zu hexen, das wird an dieser Stelle nicht verraten. Nur soviel: Ein Besuch der Freilichtbühne lohnt sich. Nicht nur die Jüngsten werden begeistert sein.