Veranstalter tragen Kosten für Stadtfeste größtenteils allein / Keine Zuschüsse für Bad Oeynhausener Innenstadt-Fete
Bad Oeynhausen. Sinkende Einnahmen, steigende Kosten - und kaum oder keine Zuwendungen seitens der Städte. In Bad Oeynhausen strich die Stadt dieses Jahr erstmals alle Zuschüsse für die Innenstadt-Fete. Das Programm soll darunter nicht leiden.
"Hier sparen wir nicht, auch wenn die Mittel knapp sind. Sonst kommen die Leute nicht mehr zum Stadtfest", erklärt der neue Veranstalter des Stadtfestes, Bernd Bolte, bestimmt. Auch in diesem Jahr gebe es wieder sieben Bühnen. Und das obwohl die Stadt die Innenstadtfete nicht mehr finanziell unterstützt. "Wir müssen Einsparungen vornehmen und können keine Mittel mehr zur Verfügung stellen", erklärt der Pressesprecher der Stadt, Rainer Printz.
Bernd Bolte versucht an vielen Stellen, ein wenig einzusparen, doch gebe es Grenzen. "Wir können nicht einen Programmpunkt komplett streichen", sagt Bernd Bolte. Der Eventmanager versucht preisgünstige Verträge zu schließen und Sponsoren für das Fest zu gewinnen. "Es gibt glücklicherweise Leute, denen das Fest wichtig ist und die uns unterstützen." Das sei auch dringend notwendig
"Wir haben viele Kosten, die der Besucher nicht wahrnimmt. Die Musikgruppen sind gar nicht mal der höchste Kostenpunkt", erklärt Bernd Bolte.
Der Veranstalter habe Genehmigungsgebühren, Reinigungskosten oder die Verlegung von Wasser und Strom zu finanzieren.
Mit den Stadtwerken steht Bernd Bolte wegen der Reinigungskosten in Verhandlung.
"Wir übernehmen möglicherweise einen Teil der Kosten", erklärt der Vorstandvorsitzende der Stadtwerke Herbert Oepen, der sich im vergangenen Jahr noch mit 5.000 Euro beteiligt hatte.
Bernd Bolte würde sich mehr Unterstützung seitens der Stadt wünschen. "So ein Fest ist ein Aushängeschild für die Stadt. Es kommen ja viele Leute von außerhalb", weiß der Eventmanager. Die Innenstadt-Fete sei gute Werbung für die Stadt.
Doch Bad Oeynhausen steht mit dem Verlust städtischer Mittel nicht allein. Zahlreiche Städte in der Regionen erhalten keine finanziellen Zuwendungen seitens ihrer Stadt.
Vlotho, Herford oder Bünde müssen ohne städtische Zuschüsse auskommen. In Minden übernimmt die Stadt die Müllbeseitigung. In anderen Städten tragen die Veranstalter die Reinigungskosten. Beim jährlichen "Feuerabend" in Löhne teilt sich die Stadt die Kosten mit der Werbegemeinschaft. Doch nicht alle Veranstalter klagen über fehlende Unterstützer. Der Bünder Zwiebelmarkt erwirtschaftet sogar einen Überschuss. "Wir kommen gut zurecht, da können wie keinen Zuschuss von der Stadt verlangen", erklärt Veranstalter Ralf Grund.
Friedrich Heitkamp, der unter anderem das Löhner Oktoberfest organisiert, hält es für richtig, dass die Feste von den Städten nicht unterstützt werden.
"So ein Fest muss sich selbst tragen. Es sollte nicht durch Steuermittel finanziert werden." Der Veranstalter ist sich sicher: "Auch ohne städtische Zuwendungen ist ein erfolgreiches Fest möglich."