Bad Oeynhausen. Karoline Hunke hat in den Sommerferien gut zu tun. Die Schülern legt nicht nur die Füße hoch. Sie betreut drei Wochen lang Kinder für eine Bad Oeynhauser Eventagentur. Da Karoline Hunke schon länger für das Unternehmen arbeitet, gelangte die 17-Jährige ohne Problem an die Arbeit. Viele andere Schüler würden ebenfalls gern ihr Taschengeld aufbessern. Doch Ferienjobs sind heiß begehrt und rar gesäht.
Die Chance durch die Agentur für Arbeit an einen Ferienjob zu gelangen, ist eher gering. "Die Betriebe fragen bei uns kaum nach Ferienaushilfen", erklärt Franz-Josef Albrecht, Pressesprecher der Arbeitsagentur für die Kreise Herford und Minden-Lübbecke.
Das sei jedoch keine Konsequenz der Wirtschaftskrise. "Die Situation gibt es schon seit rund fünf Jahren. Die Betriebe haben eigene Pools an Aushilfen", weiß der Pressesprecher. Im Onlineangebot des Arbeitsamtes ist momentan kein einziger Ferienjob für Bad Oeynhausen eingetragen. "Ich denke, da kommt auch nichts mehr rein", sagt Iris Schulte vom Arbeitgeberservice in Bünde. Für Schüler und Studenten sei es daher ratsamer, sich direkt an die Betriebe zu wenden.
In Bad Oeynhausen stellen einige Firmen Ferienjobs zur Verfügung.
Buschjost Norgren, ein Betrieb für Ventiltechnik und Systeme stellt jedes Jahr in den Sommerferien Schüler und Studenten ein. Barbara Allen von der Personalabteilung konnte 15 Aushilfsstellen vergeben. "Wir setzen die Schüler und Studenten im Lager, der Produktion oder der Ventilmontage ein", erklärt Barbara Allen.
Die Ferienjobs sind beliebt. Jedes Jahr trudeln in der Personalabteilung zahlreiche Anfragen ein. "Für die Sommerferien erhielten wir über 40 Bewerbungen", erklärt die Personalangestellte. Die Firma hat einen Stamm von Aushilfen, die jedes Jahr wieder kommen. Doch es seien auch immer wieder neue Gesichter dabei. "Für dieses Jahr sind bereits alle Ferienjobs vergeben", erklärt Allen. Die Anzahl der Aushilfen sei in diesem Jahr geringer gewesen. Auch bei Buschjost Norgren mache sich die Wirtschaftskrise bemerkbar.
Der Oeynhausener Systemlieferant Fennel ist der glücklichen Position sogar noch mehr Aushilfen, als in den vergangenen Jahren einzustellen. "Wir produzieren auch in der Urlaubszeit viel und brauchen genügend Arbeitskräfte", erklärt Roger Uhlig von der Personalabteilung.
Lukas Broll gehört zu den Glücklichen, die schon vor Wochen einen Ferienjob ergattern konnten. Der 17-Jährige arbeitet in den Sommerferien fünf Wochen bei der Firma Invacare, die Produkte zur häuslichen Pflege herstellt. Lukas Broll hatte Erfolg und erhielt bei Nachfrage direkt einen Ferienjob in der Montage. "Ich freue mich, dass ich bei Invacare als Aushilfe arbeiten kann. Es gibt hier nicht viele Firmen die Ferienjobs vergeben", sagt der Schüler.
Benjamin Walterscheid betätigt sich in den Ferien körperlich. Der Schüler arbeitet drei Wochen für die Straßen- und Tiefbaufirma Kuntemeier. "Im Sommer fliege ich mit Freunden nach Mallorca. Dafür brauche ich noch etwas Geld", erklärt Walterscheid seine Motivation.
Einige Schüler gehen für einen Ferienjob sogar ins Ausland. Die Bad Oeynhauserin Michaela Schmitt putzt in den Ferien fünf Wochen in einer schweizerischen Klinik. "Den Job haben mir Verwandte vermittelt, die in der Klinik arbeiten", erklärt die 16-Jährige. Die Schülerin bemühte sich zunächst in Bad Oeynhausen um eine Ferienarbeit. "Ich habe mich bei sozialen Einrichtungen beworben. Doch da gab es für mich keine Arbeit."
Nun ist sie froh, über ihren Job in der Ferne. " Ich nutze den Aufenthalt auch, um mein Französisch aufzubessern.