Bad Oeynhausen. Johannes Strate, Sänger von Revolverheld, hat Recht: "Es gibt immer einen Grund zum Feiern." Und den hatten die Bad Oeynhausener Freitagabend gleich fünffach. Beim großen Open-Air-Konzert rockten Mia, Revolverheld, Curse, Extrabreit und die "Gillyflowers" den Park – und 3.000 Besucher rockten mit.
Für einen krachenden Auftakt sorgen die Lokalmatadoren. Die "Gillyflowers" haben ihren Auftritt als Vorgruppe bei der NW gewonnen und heizen gleich kräftig ein. Mit sehr rockigen, teils auch härteren Klängen schaffen sie es, manch einen vor die Bühne zu locken.
Danach kommen die, auf die Annette und Bettina Beißel aus Minden und Porta Westfalica gewartet haben: Extrabreit. "Die kenn ich noch von früher", sagt Annette und wirft einen schwärmenden Blick gen Bühne. Dort lassen Sänger Kai Havaii, Gitarrist Stefan Kleinkrieg und der Rest der Truppe gerade den Flieger steigen, bevor es heißt "Hurra, hurra, die Schule brennt". Auch wenn viele Fans die alten Hits mitsingen – der Großteil an diesem Abend ist für Extrabreit wohl einfach zu jung.
Rapper Curse erobert die Kurstadt
Das ändert sich danach schlagartig. Beim Rapper Curse aus Minden zeigt die Jugend den Alten wo’s langgeht. Während ein Arm in der Luft wippt, hüpfen die Fans auf und ab. "Leute, reißt den Laden ein", fordert der Mindener Michael Sebastian Kurth alias Curse. Auch wenn er in der Kurstadt ein bisschen länger bitten muss – bei "Hassliebe" ist es geschafft. Die Woge von der Bühne schwappt über. Erst recht als Curse zum munteren Platzwechsel einlädt.
Immerhin: Ein Zusammenrücken vor der Bühne hat er geschafft. Und die Stimmung passt auch. "Das hier ist meine Heimat. Das ist einfach klasse", schwärmt Curse. Dem kann Dilo Murad (28) nur zustimmen: "Der Junge ist einfach super. Einfach das Allerbeste – mit genialen Texten." Dem Lob aus dem Mund des Kumpels und Schulfreund Murad kann auch der Volmerdingsener Sascha "Busy" Bühren, Produzent von Curse, nur zustimmen. Fehlen dürfen auf keinen Fall die beiden großen aktuellen Hits des Mindeners: Freiheit, frei nach Marius Müller-Westernhagen und "Bis zum Schluss". Das präsentiert er heute allerdings nicht zusammen mit Silbermond, sondern mit Sängerin Mariama.
Bei der "Generation Rock" gibt es dann kein Halten mehr. Der erste Song der hanseatischen Band Revolverheld sitzt. Auch wenn es Technik-Probleme gab und der Umbau länger dauerte. Bassist Florian gibt alles, Sänger Johannes plaudert mit den Fans in den ersten Reihen und immer wieder bringen sie die Menge zum Jubeln. Und dann kommt er. Der Hit des vergangenen Jahres: "Helden 2008". Das die Jungs aber nicht nur rocken können, zeigen sie mit der Cover-Version des Fanta4-Hits "Was geht?" An diesem Abend eine ganze Menge.
Es ist ein Abend mit Festival-Atmosphäre. Ein Abend, bei dem die Berliner Band Mia den Schlusspunkt setzt. Einen glänzenden noch dazu. Denn Sängerin Mieze Katz liebt das Schillernde – und das war bei jedem Song ein anderes Outfit.