Beamte der hauptamtlichen Feuerwache wechseln in neues Schichtmodell / Folge der geänderten Arbeitszeitverordnung
Bad Oeynhausen. 24 Stunden Dienst, 48 Stunden frei – das alte Modell der Feuerwehr Bad Oeynhausen hat ausgedient. Ab dem 1. Januar 2010 arbeiten die Beamten nach dem 11/13er Modell. Soll heißen elf Stunden Dienst tagsüber und 13 Stunden nachts. Dadurch verteilen sich die 24 Stunden dann auf zwei Dienstgruppen.
Mit der neuen Arbeitszeitverordnung setzt die Landesregierung NRW europäisches Recht um. Bereits 2003 hatte die EU eine neue Arbeitsschutzrichtlinie erlassen. Diese wurde später durch den Europäischen Gerichtshof auch am Beispiel des ärztlichen Bereitschaftsdienstes konkretisiert. "Für uns gibt es eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2009", erklärt Erwin Harbsmeier, Leiter der Feuerwache, auf Anfrage der NW.
Aufgrund einer Vereinbarung zwischen Mitarbeitern und Bürgermeister seien solange 54-Stunden-Wochen und 24-Stunden-Dienste möglich. Hauptberufliche Feuerwehrleute arbeiten in Bad Oeynhausen und dem Rest Nordrhein-Westfalens bislang 54 Stunden in der Woche, wovon 31 Stunden Bereitschaftsdienst sind.
"Wir haben vor einiger Zeit von drei auf fünf Dienstgruppen umgestellt", erklärt Harbsmeier. Auch wenn sich die 46 Beamten dann auf mehr Gruppen verteilen, sei die erforderliche Personalstärke gewährleistet. "Die Dienste greifen ineinander. Soll heißen eine komplette Gruppe hat Dienst, plus einige Kräfte aus einer weiteren Gruppe." Geplant wird nun auch zentral für alle. "Dadurch können mehr Feuerwehrbeamte gleichzeitig Urlaub machen", erklärt Harbsmeier. Ein Umstellung ist das neue System für alle. Denn die starre Regelung ein Tag arbeiten, zwei Tage frei gilt nun nicht mehr. "Manchmal gibt es nur einen Tag Pause, manchmal bis zu vier."
Die nächste Umstellung kommt im Januar. "Dann gibt es auch hier bei uns den geteilten Dienst." Elf Stunden dauert die Tag-, 13 Stunden die Nachtschicht. Gearbeitet wird zudem nur noch 48 Stunden pro Woche. "Vorgeschrieben ist für die Feuerwehrfrauen und -männer eine Pause von elf Stunden", so Harbsmeier. Die sei mit dem neuen Modell gewährleistet. "Und wir erfüllen den Brandschutzbedarfsplan." Die heimische Wache ist die erste in der näheren Umgebung, die das neue Modell eingeführt hat.
46 Beamte zählt die Feuerwache Bad Oeynhausen momentan. Hinzu kommen sechs Auszubildende, die bei der Bielefelder Feuerwehr lernen und für den praktischen Dienst zur Heimatwache in die Kurstadt kommen. Zudem gibt es fünf Beamte im Tagesdienst, zwei in der Verwaltung, vier Angestellte im Rettungsdienst, drei Jahrespraktikanten und drei Zivildienstleistende. "Zum 1. Oktober stellen wir erneut zwei Auszubildende ein, die in Bochum ausgebildet werden." Sie sollen nach 18 Monaten zwei aus Altersgründen ausscheidende Beamte ersetzen.