Porta Westfalica/Oerlinghausen. Zwei außergewöhnliche Flugzeugunfälle hielten Sonntag die Rettungskräfte in der Region in Atem. Auf dem Flugplatz Porta Westfalica fiel eine einmotorige Maschine vom Typ Robin bei einem missglückten Startvorgang in einen See. Die vier Insassen mussten in einer spektakulären Aktion aus dem Wasser gerettet werden. In Oerlinghausen brach das Bugrad eines Leichtflugzeugs bei der Landung, ein Insasse wurde verletzt.
Dramatische Minuten auf dem Flugplatz in Porta Westfalica-Vennebeck: Dort stürzte gestern Nachmittag ein Flugzeug vom Typ Robin in einen angrenzenden stillgelegten Baggersee. Die vier Insassen, die aus der Region stammen, erlitten Verletzungen.
Die mit drei Männern und einer Frau besetzte Robin DR 400 Regent wollte kurz nach 16 Uhr vom Flugplatz zu einem Rundflug starten. Der 40-jährige Pilot brachte sein Motorflugzeug auf der Startbahn in Position und hob in südwestlicher Richtung ab.
Und dann passierte es: Er zog, so vermutet die Polizei, die Robin zu steil nach oben. Es kam zu einem Strömungsabriss und einem Schubverlust, so dass die Maschine nach links abkippte und ihre linke Tragfläche die Bäume berührte. Anschließend stürzte sie in das bis zu 20 Meter tiefe Gewässer und zerbrach.
Alle Insassen konnten sich aus dem Wrack befreien. Während eine Frau Augenzeugenberichten zufolge ans Ufer schwamm, klammerten sich der Pilot und seine beiden anderen Fluggäste an die Wrackteile. Auch sie konnten gerettet werden.
Feuerwehr zieht Wrack mit Stahlseil ans Ufer
Zwei der Insassen erlitten nach Auskunft der Polizei schwere Verletzungen, zwei wurden leicht verletzt. Alle wurden mit Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Vor Ort war auch ein Hubschrauber, doch er kam laut Polizei nicht zum Einsatz. Die Wrackteile wurden von der Portaner Feuerwehr mit einem Stahlseil ans Ufer gezogen. Dabei hatten die Rettungskräfte mit Behinderungen durch zahlreiche Schaulustige zu kämpfen. Diese waren unter anderem damit beschäftigt, das Flugzeug zu sichern und zu bergen, und äußerten lautstark, dass das nun nicht mehr Aufgabe der Feuerwehr sei. Erst die Polizei sorgte für Ruhe und ermöglichte der Feuerwehr ungehindertes Arbeiten.
Auf dem Rücken gelandet | FOTO: ANDREAS SEYFARTH
Neben der Polizei waren auch zwei Notärzte, vier Rettungswagen sowie 45 Feuerwehrleute im Einsatz. Diese legten um das Wrack eine Ölsperre, da Treibstoff ausgelaufen war. Das Gewässer neben dem Flugplatz liegt in einem Wasserschutzgebiet.
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