Schranken zwischen Detmolder Straße und Weserstraße schließen nach Unfall nicht mehr
Bad Oeynhausen. Laut heult eine Sirene auf dem Bahnübergang zwischen Detmolder Straße und Weserstraße. Schnaufend und schrill pfeifend rollt ein Zug auf den Übergang zu. Ächzend bleibt er vor genau vor dem Übergang stehen. Zwei Schranken sind immer noch offen. Erschrocken stoppen auch Passanten und Autofahrer, als der Zug bei geöffneter Schranke im Schritttempo an ihnen vorbei fährt.
Am Bahnübergang zwischen Detmolder Straße und Weserstraße hatte am Montagmorgen ein Lkw-Fahrer die Schrankenanlage gerammt, diese dabei erheblich beschädigt und Fahrerflucht begangen. Die, von der Weserstraße aus gesehen, linke Schranke, so wie die Schranke auf der gegenüberliegenden Seite rechts, konnte nicht mehr herabgelassen werden.
"Die Züge fahren nur auf Befehl", so Jürgen Kugelmann, Sprecher der Bahn, "bis zur Mitte des Bahnübergangs darf nur im Schritttempo gefahren werden." Zusätzlich hupt der Zugführer noch mehrere Male um auf sich aufmerksam zu machen.
Gegen fünf Uhr morgens war ein beladener Lkw-Zug, von der Detmolder Straße kommend, nach rechts auf die Weserstraße abgebogen und hatte dabei mit der rechten Fahrzeugseite die Schrankenanlage demoliert, so die Polizei. Der Fahrer habe sich nicht um den Schaden gekümmert und sei in Richtung der Autobahn 30 nach Osnabrück weitergefahren. Ein aufmerksamer Augenzeuge meldete diesen Vorfall der Polizei.
"Bei dem Unfall wurde der Schrankenantrieb beschädigt, mit dem die Schranke hoch und runter bewegt wird", sagt Kugelmann. Das Ersatzteil soll aus Hannover angeliefert werden, daher werde die Reparatur voraussichtlich erst am heutigen Dienstag gegen Nachmittag abgeschlossen sein.
Passanten zeigten sich verwirrt und blieben ratlos an den Schranken stehen, da zwischenzeitig auch die Ampelanlage an der gesamten Kreuzung ausfiel. " Es kann sein, dass bei dem Unfall auch die Ampelanlage beschädigt wurde", so Jörg Thunhorst, Bezirksleiter der Leit- und Sicherungstechnik (LST) der Bahn, der am Montagmorgen den Schaden an der Schrankenanlage begutachtete. Die Ampelanlage funktioniere aber mittlerweile wieder, so Bahn-Sprecher Kugelmann.
Am Montagnachmittag isolierten weitere Mitarbeiter der LST die defekte Anlage. "Damit kein Wasser in die Technik gelangt", erklärte Thomas Meier, Mitarbeiter der LST. Zusätzlich sicherten die vier Männer eine der Schranken mit einem Drahtseil. Bis 14 Uhr hatte diese schräg über der Fahrbahn gehangen. Zu Unfällen oder Verspätungen der Bahn sei es durch die defekte Schrankenanlage aber nicht gekommen, versichert Kugelmann.
Der Fahrer des Unfallwagens wurde inzwischen von Beamten der Autobahnpolizeiwache Bissendorf gestellt. Ermittlungen zur Unfallflucht laufen noch.