Bad Oeynhausen. In diesen Tagen bei Eis und Schnee als Fahrlehrer Anfängern das Autofahren beizubringen, sei "interessant", sagt Ulrich Rolfsmeier und lacht. "Viele haben Angst, für manche ist es die erste Fahrstunde." Fürchten braucht man sich aber nicht: Wer einige wenige Tipps befolgt, kommt schon sicherer ans Ziel.
"Wichtig ist zunächst einmal eine gute Ausrüstung", sagt Rolfsmeier. Autofahrer sollten "supergute" Winterreifen kaufen, am besten Testsieger. Hier werde oft am falschen Ende gespart. Die Profile sollten vier Millimeter tief sein. Denn eins ist bei dem derzeitigen Wetter klar: "Ohne Winterreifen geht’s gar nicht."
Wer länger unterwegs ist, sollte auch immer daran denken, genügend Sprit im Tank zu haben. "Sonst bleibt das Auto im Stau kalt", meint der 46-Jährige. Die Scheibenwischanlagen sollten regelmäßig nachgefüllt werden. Dazu ein Tipp: Wischlauge, die bis zu minus 60 Grad frostsicher ist, kann man mit Wasser so verdünnen das sie noch bis minus 30 Grad hält.
Keine Ankunftszeit versprechen
Eine dicke Jacke und eine Decke gehören auch auf jeden Fall in den Kofferraum. "Falls man mal über Nacht eingeschneit wird", sagt Rolfsmeier, der eine ähnliche Situation schon einmal erlebt hat.
"Ganz wichtig beim Fahren im Winter ist, dass man nicht verspricht, zu einer bestimmten Zeit am Ziel zu sein", meint der Fahrlehrer aus Werste. Autofahrer sollten ihre Strecke zudem sorgfältig planen. Wer zum Beispiel nach Bergkirchen müsse, sollte eine Route nehmen, "bei der man nicht am Berg hängen bleibt."
Ansonsten gilt vor allem ein Prinzip, das vermutlich jeder Fahranfänger gelernt hat: Vorausschauendes Fahren. Rolfsmeier, der seit rund 20 Jahren als Fahrlehrer tätig ist, rät die Geschwindigkeit "runter zu schrauben", einen "extrem großen" Sicherheitsabstand einzuhalten und Bremsproben zu machen.
Besonders an Ampeln sollte man weit von anderen Fahrzeugen entfernt stoppen, weil beispielsweise Lkws auch mal ein Stück zurücksetzen müssten. Bremsen könne man in Nebenstraßen üben, um zu sehen, wie glatt es eigentlich ist. "Wer ABS hat, sollte sich nicht vor dem Geräusch erschrecken", sagt Rolfsmeier und schmunzelt. Autofahrer sollten auch nicht nur bremsen, sondern auch einfach mal einen Gang runterschalten. Die Motorbremse sei oft sanfter.
Eine "Fluchtmöglichkeit" sollten Fahrer auch immer im Auge behalten. Der Fahrlehrer konnte erst vor zwei Tagen einen Auffahrunfall auf glatter Straße nur vermeiden, indem er schnell zur Seite auswich. Viele Eltern von Fahrschülern seien übrigens froh, dass ihre Kinder bei diesem Wetter fahren lernen: "Das übt."