Porta Westfalica / Bad Oeynhausen (faa). Ein in der Weser liegendes Auto hat am Donnerstag in Porta Westfalica und Bad Oeynhausen eine groß angelegte Suche nach dem Fahrer durch die Polizei zu Wasser, zu Lande und aus der Luft ausgelöst. Ein Spaziergänger hatte am Morgen per Fernglas in Höhe des Schiffsanlegers "Amanda" im Bad Oeynhauser Ortsteil Rehme einen Renault Twingo im Wasser liegend bemerkt und die Beamten verständigt.
Nachdem klar war, dass sich keine Personen im Fahrzeug befanden, suchte die Polizei mit mehreren Streifenwagen, einem Boot der Wasserschutzpolizei, einem Hubschrauber sowie speziell ausgebildeten Suchhunden nach dem Fahrer. Am Nachmittag musste die Suche erfolglos abgebrochen werden.
Gegen 8 Uhr ging der Notruf bei der Polizeieinsatzzentrale ein. Der Spaziergänger hatte mit seinem Fernglas vom gegenüberliegenden Weserufer den Wagen entdeckt. Dieser lag seitlich mit der Front in Richtung zum Ufer unmittelbar an der Steintreppe, welche zum Parkplatz des dortigen Fähranlegers führt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Beamten war der Pkw offenbar zuvor über den Parkplatz in Richtung Weser gelenkt worden. Über die steile Treppe stürzte das Fahrzeug hinab und blieb rund einem Meter vom Ufer schwer beschädigt im Wasser liegen. Die Airbags waren ausgelöst, die Scheibe der Beifahrertür heruntergelassen.
Nur wenige Minuten Überlebenszeit in kaltem Wasser
Nachdem der Kleinwagen aus dem Fluss geborgen und endgültig sichergestellt war, dass sich niemand im Auto befand, suchten die Beamten vom Ufer aus nach dem möglicherweise verletzten Fahrer. Die Wasserschutzpolizei aus Minden unterstützte die Vermisstensuche dabei mit einem Boot. Ein Polizeihubschrauber von der Fliegerstaffel aus Dortmund flog im Laufe des Vormittages die Weser und die Uferbereiche bis nach Minden ab. Zunächst ohne Ergebnis. Auch die zwischenzeitlich durchgeführten Ermittlungen bei dem Besitzer des Pkw brachte die Beamten nicht entscheidend voran.
In dem zwar eisfreien, aber derzeit nur etwa drei Grad kalten Wasser hat ein Mensch nach Angaben der Polizei nur wenige Minuten Überlebenszeit. Die Weser ist an dieser Stelle bis zu drei Meter tief und rund 80 Meter breit. Gegen Mittag wurde die Suche nach dem Vermissten noch einmal verstärkt. Zwei so genannte Mantrailing-Hunde von der Polizeihundeschule aus Stukenbrock kamen am Anleger zum Einsatz.
Diese speziell ausgebildeten Tiere, darunter auch ein auf den Namen Bärbel hörender Bloodhound, der Nordrhein-Westfälischen Polizei verfügen über einen besonderen Geruchssinn und verfolgen die individuelle Geruchsspur eines Menschen. Zwar konnten die beiden Vierbeiner zunächst den Geruch aufnehmen, die Spur verlor sich jedoch später. Nach fast einstündiger Suche vom Anleger in Richtung Norden mussten die Beamten schließlich aufgeben.
Ob und wann die Suche wieder aufgenommen wird, hängt von den Ergebnissen der weiteren Ermittlungen ab. Hinweise auf eine Gewalttat liegen der Polizei nicht vor.
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