INTERVIEW: Der Entertainer Ingolf Lück erzählt, was das Besondere an der Bühne ist
Bad Oeynhausen. Er ist ein künstlerisches Universal-Talent: Schauspieler, Regisseur, Showmaster, Entertainer, Komiker und Synchronsprecher. In Berlin inszenierte der Wochenshow-Moderator Ingolf Lück die "39 Stufen" nach Alfred Hitchcock. Damit kommt der gebürtige Bielefelder am 13. Februar ins Theater im Park. NW-Mitarbeiterin Elke Niedringhaus-Haasper sprach mit Ingolf Lück über seine Träume und Wünsche.
2002 haben Sie nach langjähriger Fernseherfahrung das Theater wieder für sich entdeckt. Nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur. Was hat denn das Theater, was das Fernsehen nicht hat?
INGOLF LÜCK: Die ganz unmittelbare Erfahrung eines Theatererlebnisses. So etwas ist - im Gegensatz zu einer Fernsehsendung - nicht wiederholbar. Außerdem ist das Theater viel direkter. Es schmeckt einfach anders. Im Grunde bin ich mit den "39 Stufen" nur wieder zurück zu meinen Wurzeln gekehrt. Die fingen in den späten 70er Jahren in meiner Geburtsstadt Bielefeld in einem freien Theater an. Und werden demnächst in meinem nagelneuen Theaterprogramm "Zurück zu Lück" weitergeführt.
Wie sind Sie denn auf den Geschmack gekommen, ausgerechnet einen Krimi-Klassiker wie die "39 Stufen" in Szene zu setzen?
LÜCK: Mein Germanistik-Professor in Bielefeld hat mich damals an Alfred Hitchcock herangeführt. Das hat mich auf den Geschmack gebracht und seitdem bin ich bekennender Hitchcock-Fan. Als ich die "39-Stufen" im Theater umsetzen wollte, haben mich anfangs alle für verrückt erklärt"
In dem Agententhriller geht es hoch her: Verfolgungsjagden auf Zugdächern, Fluchtsequenzen über die Tower-Bridge und Nachstellungen per Hubschrauber. Lässt sich das auf einer Theaterbühne überhaupt realisieren?
LÜCK: Das lässt sich realisieren. Dazu muss man allerdings sehr sportlich sein. Wie bei einem Marathon. Abends bin ich immer total kaputt. Und ich nehme dabei ab. Wir arbeiten mit sehr schnellen Wechseln, mit riesigen Schattenspielen und mit Flugzeugen, die vom Himmel kommen. Das sieht einfach aus, ist aber sehr aufwändig umzusetzen. Aber, wie der Fußballer sagt: Die Antwort gibt es auf dem Platz.
Sie führen in "39 Stufen" nicht nur Regie, sondern spielen auch die Hauptrolle: Den jungen Kanadier Richard Hannay - ein zu Unrecht Verfolgter, der sein Land vor Spionage und Unheil bewahren will. Wie viel Richard Hannay steckt denn in Ihnen?
LÜCK: Träume und Wünsche natürlich. Wer möchte denn nicht an einem Abend von gleich drei Frauen geküsst werden? Trotzdem ist Richard Hannay kein Ingolf Lück, sondern eine eigene Figur. Aber auch eine komplette Verwandlung, die schon äußerlich mit einem Schnäuzer beginnt. Das ist ja das Schöne an der Schauspielerei.
Ingolf Lück inszeniert Alfred Hitchcock - das lässt eine schräge Inszenierung erwarten. Wie viel Comedy steckt in Ihrer Regiearbeit des Krimi-Klassikers?
LÜCK: Jede Szene, die im Film zu sehen ist, gibt es auch auf der Bühne. Und trotzdem ist es Hitchcock zum Totlachen. Comedy vom Anfang bis zum Ende. Ein großes Augenzwinkern.
Seit Januar sind Sie mit der Hitchcock-Produktion auf Tournee. Auf was kann sich das Publikum am 13. Februar im Theater im Park in Bad Oeynhausen denn freuen?
LÜCK: Mehr als 150 ausverkaufte Vorstellungen haben das Berliner Publikum am Kurfürstendamm begeistert. Den Rest der Antwort gibt’s auf dem Platz.