Vor allem mittags stehen die Schüler aus dem Schulzentrum Nord dicht gedrängt in der Linie 613
Bad Oeynhausen-Volmerdingsen. Die Linie 613 ist voll. Einfach nur voll. Dicht gedrängt stehen die Schüler mit Rucksäcken und Tornistern im Gang, drängen sich bis in den Einstieg, sogar bis zur Fahrerkabine. "Manchmal muss der halbe Bus aussteigen, damit wir rauskommen", sagen Jaqueline Schmidt und Daniel Freese. Die Realschüler nutzen tagtäglich den Bus zum Schulzentrum Nord. Doch nun häufen sich bei der Schule die Beschwerden von Eltern und Schülern.
Die Linie 613 war schon immer ziemlich voll. Denn nicht nur die Schüler, die von Bergkirchen, Volmerdingsen oder Eidinghausen zum Schulzentrum wollen, nutzen den Bus, sondern auch viele, die zur Arbeit fahren. "Seit kurz vor den Weihnachtsferien gibt es morgens immer wieder Probleme", wissen Jaqueline und Daniel sowie ihre Freunde Jennifer Ohlendorf, Jens-Oliver Prüßner und Timo Rösener zu berichten. Dann nämlich, wenn morgens statt des Gelenkbusses ein kurzer Bus eingesetzt wird.
Oft genug sind die fünf Volmerdingsener in der vergangenen Zeit zu spät gekommen - weil der Bus entweder gar nicht oder verspätet gefahren ist. "Ich habe deshalb schon mehrfach Eintragungen ins Klassenbuch bekommen", sagt der 15-jährige Daniel. Strafen hat er deshalb aber nicht zu befürchten.
Die meisten Probleme allerdings gibt es mittags. "Dienstags und freitags haben alle drei Schulen keinen Nachmittagsunterricht - dann wollen alle nach der sechsten Stunde nach Hause", erzählt Jaqueline. Mehrfach haben die 14-Jährige und ihre Freunde in der Realschule das Beschwerde-Formular ausgefüllt. Das wurde auf NW-Nachfrage von der Realschule bestätigt. Es gebe sehr viele Beschwerden über die Schulbusse, aber in den vergangenen Wochen seien diese außerdem vermehrt bei ihnen gelandet. Diese Beschwerden werden von der Schule allesamt an das Schulamt der Stadt weitergeleitet.
"Die Bvo hat am Mittwochmorgen 74 Kinder im Bus gezählt", erklärt Stadt-Pressesprecher Rainer Printz gegenüber der NW. "Das rechtfertigt keinen Gelenkbus." Trotzdem werde dieser bis auf weiteres morgens eingesetzt. "Busbegleiter der Bvo werden die Situation beobachten", so Printz. Das bestätigt auch die Pressesprecherin des Unternehmens, Sigrun Richter: "Das ist ein unschöner Zwischenfall. Wir werden die Linie 613 engmaschig überwachen." Soll heißen, es werde gezählt.
Mittags wird sich aber wohl erst einmal nichts an der Situation in den Schulbussen ändern: "Wir haben keine offizielle Mitteilung der Schulen, dass dienstags und freitags drei Schulen gleichzeitig Schluss haben", so Richter. Somit könnten sie auch nicht reagieren und einen größeren Bus einsetzen.
Jaqueline und Daniel lässt das nur den Kopf schütteln. "Das kennen wir. Die schieben sich gegenseitig die Schuld zu." Obwohl immer wieder von allen Seiten versprochen werde - auch wenn sie sich direkt bei der Stadt beschwerten -, sich zu kümmern.