Schulpflegschaft des Immanuel-Kant-Gymnasiums fordert von Ministerin Sommer Konzept gegen Lehrermangel
Bad Oeynhausen. Ein Konzept gegen die Misere in der Lehrerversorgung fordert die Schulpflegschaft des Immanuel-Kant-Gymnasiums von der Landesregierung. In einem Brief an Schulministerin Barbara Sommer beschweren sich die Eltern unter Federführung des Schulpflegschaftsvorsitzenden Wolfgang Drees über die "massiven Unterrichtsausfälle".
"Durch die aktuelle und zukünftig zu erwartende Unterversorgung an Lehrkräften sehen wir einen deutlichen Nachteil für unsere Kinder insbesondere gegenüber den Schulabschlüssen in anderen Bundesländern", heißt es in dem Brief weiter.
"Die Unterversorgung an Lehrern im Kreis Minden-Lübbecke ist seit Jahren gravierend", weiß auch Klaus Keßler, Leiter des Immanuel-Kant-Gymnasiums. "Wir begegnen der Unterversorgung mit Überstunden und größeren Klassen", so Keßler. Das aktuelle Problem seien aber nicht die zu geringe Zahl der ausgeschriebenen Stellen, sondern fehlende Bewerber.
Das IKG hatte beispielsweise zum 1. Februar fünf Stellen ausgeschrieben (die NW berichtete). Nur zwei davon konnten besetzt werden. "Noch problematischer war die Situation im Herbst 2009", sagt Keßler. Damals durfte die Schule - mit aktuell 1.572 Schülern - sechs Stellen ausschreiben, konnte aber nur eine Stelle besetzen. Im vergangenen Halbjahr musste das Kollegium auch den Ausfall von vier langfristig erkrankten Kollegen kompensieren.
"Bis auf einen Kollegen sind jetzt aber alle wieder an Bord", fügt Klaus Keßler hinzu. Großen Spielraum, um langfristig erkrankte Lehrer zu ersetzen, hat die Schule ohnehin nicht mehr. "Die finanziellen Mittel für Krankheitsvertretungen sind nicht mehr vorhanden, die sind bereits anderweitig ausgegeben", weiß Keßler.
Zum Glück sei der Mangel an Lehrkräften zurzeit sogar eher klein. Doch das kann sich schnell ändern. Ein Kollege wird im Sommer in den Ruhestand versetzt, zudem rechnet Keßler mit einigen Versetzungsanträgen. Vier Stellen wird das IKG dann wohl wieder besetzen dürfen - ob sich dafür dann auch die entsprechenden Lehrer finden, steht noch in den Sternen.
Pädagogen fehlen dem IKG in Chemie, Informatik, Mathematik, Physik, Latein und Musik.
"Wir haben ein strukturelles Problem", ist sich der IKG-Leiter sicher. Junge Pädagogen gingen lieber an Schulen in größeren Städten wie Bielefeld oder Paderborn.
Um neue Lehrer nach Bad Oeynhausen zu locken, müsse sich die Schule interessant machen. Wichtig sei dabei eine gute Ausstattung der Schule. "Das IKG ist in den Naturwissenschaften gut ausgerüstet. Wir müssen den Bewerbern klar machen, dass sie bei uns gute Bedingungen vorfinden und ein nettes Kollegium", wirbt Keßler für seine Schule. Mit ökonomischen Anreizen oder Vergünstigungen kann Keßler schließlich nicht locken.