Bad Oeynhausen. Sie werden brutal geschlagen und unter Drogen gesetzt, vergewaltigt und zum Entschärfen von Landminen eingesetzt: Kindersoldaten im Kongo. Die Klasse 6b am Immanuel-Kant-Gymnasium hat sich monatelang intensiv mit dem Thema beschäftigt und sogar ein Theaterstück zum Thema geschrieben und auf die Bühne gebracht.
"Geraubte Kindheit" heißt das Stück, das gestern im Kulturcafe des Gymnasiums zu sehen war. Das Drehbuch dazu hat die zwölfjährige Anna-Sophie Zendel geschrieben. "Wir wollen damit zeigen, wie andere Kinder in unserem Alter leben müssen", erklärt die Gymnasiastin. Etwa wie Kadra, ein verwaistes Straßenmädchen aus dem Kongo und die Hauptfigur in dem Theaterstück der Sechstklässler. Andrea Schierholz schlüpft auf der Bühne in die Rolle des obdachlosen Mädchens, dessen Bruder von Soldaten zum Kämpfen gezwungen wird. "Bevor wir das Thema Kindersoldaten im November im Deutschunterricht durchgenommen haben, wusste ich nur, dass es so etwas gibt. Jetzt weiß ich viel mehr darüber", sagt die 12-Jährige.
Seit fast einem halben Jahr beschäftigen sich die Sechstklässler mit der Situation von Kindersoldaten im Kongo. "Zuerst haben wir ein Thema ausgesucht, bei dem wir uns sozial engagieren können. Dabei hat sich die Mehrheit für Kindersoldaten im Kongo entschieden. Gedacht ist das als langfristiges Projekt", sagt Deutschlehrerin Franziska Fleinghaus. Denn langfristig wollen sich die Gymnasiasten nicht nur mit dem Thema beschäftigen, sondern auch die Hilfsoganisation Unicef durch Spenden unterstützen. Bis Ende 2011 überweisen die Schüler monatlich 30 Euro. Und für hilfsbedürftige Kinder in Haiti haben die Sechstklässler bereits 250 Euro gesammelt und gespendet. Um Kinder wie den obdachlosen Pablo aus ihrem eigenen Theaterstück zu unterstützen.
Der wird auf der Bühne im Kulturcafe von Soldaten in ein Militärlager gebracht. Dort werden ihm Drogen ins Essen gemischt, um ihn gefügig zu machen. Außerdem wird er verprügelt. Und gezwungen, mit einer Waffe in den Krieg zu ziehen. Als ihn ein Schuss trifft und er von Unicef-Mitarbeitern befreit wird, fragt Pablo: "Werde ich je wieder lachen können?".
Dann senkt sich der rote Vorhang vor der Bühne.