Krankenhaus-Geschäftsführer Carsten Voigt zeigt Wege auf, favorisiert aber den Erhalt in Bad Oeynhausen
Bad Oeynhausen. "Mit großer Sorge betrachtet die Branchenbetriebsgruppe Öffentliche Dienste Minden-Herford die Entwicklung und Rolle der Küche am Krankenhaus Bad Oeynhausen", teilt deren Vorsitzender Bernd Fiedler mit. "Die Krankenhaus-Küche steht auf dem Prüfstand", bestätigt Carsten Voigt, Geschäftsführer des Krankenhauses Bad Oeynhausen. Drei Möglichkeiten sieht Voigt, wer zukünftig die Mägen der Patienten und Beschäftigten füllt.
"Denn meine favorisierte Option ist der Erhalt der Küche", sagt Geschäftsführer Voigt. Aber auch die Suche nach einem Partner könne er "nicht negieren". Auch hier könne die Lösung liegen. Dritte Möglichkeit, die in die Überlegungen miteinbezogen wird, ist die Anlieferung des Essens aus Minden. Die in die Service GmbH ausgelagerte dortige Krankenhaus-Küche kocht für das Johannes-Wesling-Klinikum und die Krankenhäuser in Rahden und Lübbecke. Der Sanierungsprozess in den Mühlenkreiskliniken beinhalte eine Überprüfung aller Bereiche, die nicht als wirtschaftlich gelten. Und dazu gehöre die Küche in Bad Oeynhausen.
Die versorgt nicht nur Patienten und Beschäftigte im Krankenhaus Bad Oeynhausen, sondern auch die der Auguste-Viktoria-Klinik. "Wir prüfen im Moment, wie wir im Wettbewerb dastehen", so Voigt. Welcher Weg eingeschlagen werde, könne er zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen. "Ich weiß, dass dies für die Beschäftigten eine unschöne Situation ist", bedauert der Geschäftsführer. Seit mehr als einem Jahr sorgen sich die 32 Beschäftigten nach NW-Informationen um ihre Arbeitsplätze.
"Ich gehe aber davon aus, dass das Personal weiterhin gebraucht wird und die Verträge verlängert werden", so Voigt.
Zumindest einen genaueren Zeitplan kann er angeben. "Mitte des Jahres wird es eine Entscheidung geben, dann werden die einzelnen Optionen bewertet." Mit einer endgültigen Entscheidung, die der Verwaltungsrat der Mühlenkreiskliniken fällen müsse, rechnet Voigt erst im Herbst. Sicher scheint aber eins: So wie bisher könne es nicht weitergehen. "Wenn wir die Küche im Krankenhaus Bad Oeynhausen erhalten wollen, müssen wir Abläufe optimieren. Es gibt Punkte, an denen wir besser werden können", sagt Voigt.
In der Personalplanung und dem Einkauf sieht er Einsparmöglichkeiten. Um wirtschaftlich besser dazustehen, wird darüber nachgedacht, externe Abnehmer zu suchen. "Wir denken an Kindergärten, Schulen oder Pflegeheime." Voigt gibt aber zu bedenken, dass die Krankenhaus-Küche sicher nicht in Konkurrenz zu großen Catering-Firmen treten könne.
Auf der Suche nach Partnern könne "man aber auch auf der anderen Straßenseite fündig werden", schließt Carsten Voigt eine Kooperation mit dem Herzzentrum nicht aus. In Frage für eine Zusammenarbeit kämen auch Reha-Kliniken. Allerdings wären dies Partner, die kein Essen abnehmen, sondern liefern.