Bad Oeynhausen. Die Veränderung kam mit der Gebietsreform in England: Wear Valley, Partnergemeinde von Bad Oeynhausen, ging vor gut einem Jahr im Durham County Council auf. Und damit ist von englischer Seite der Fortbestand der Partnerschaft im bisherigen Rahmen nicht mehr möglich, wie der neue englische Chairman erklärte. Nach mehrfacher Nachfrage vom Bad Oeynhausener Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann wurde dieses nunmehr erneut bestätigt.
Soll heißen, die Verantwortung liegt auf englischer Seite nun ganz in den Händen der dortigen Twinning Association. Und ruht zudem auf den Schultern des heimischen Partnerschaftsrings. "Das ist natürlich einerseits schade, aber andererseits habe ich natürlich Verständnis, dass nicht alle Partnerstädte übernommen werden können", urteilt Renate Aufderheide, Vorsitzende des Partnerschaftsrings. Immerhin habe das neue Durham Council gleich neun Partnerstädte übernehmen müssen. "Wir müssen aber klären, ob Durham der Rechtsnachfolger von Wear Valley ist", sagt sie. Dann müssten auch die bestehenden Verträge übernommen werden. "Es wird offenbar zurzeit in England geklärt, ob Durham die Verträge adoptiert."
Außer Frage steht es für Renate Aufderheide, den Kontakt nach Wear Valley aufrecht zu erhalten: "Wir übernehmen gerne weiterhin die Aufgaben der Betreuung." Schließlich sei der Partnerschaftsring einst offiziell von der Stadt mit diesen Aufgaben betreut worden. "Wir wünschen uns, dass der Ausschuss für Kultur, Städtepartnerschaften und Integration dem Rat empfiehlt, die Betreuung Wear Valleys offiziell in unsere Hände zu legen", so Aufderheide. Somit würde dann deutlich, dass die Stadt weiterhin hinter der Partnerschaft stände. Schließlich wolle man nach England genauso den Kontakt pflegen wie nach Fismes (Frankreich) und Inowroclaw (Polen). "Aber dafür brauchen wir den Rückhalt von der Stadt – für einen gewissen Status", sagt Aufderheide.
Das sieht auch Kurt Nagel, Fraktionsvorsitzender der CDU: "Das, was da ist, müssen wir weiter pflegen." Keinen Grund zur Beunruhigung sieht die Ausschussvorsitzende Ursula Sieker von der SPD: "Es gibt einen funktionierenden Austausch, auch wenn von Seiten der Verwaltung niemand mehr nach Durham fährt – aber das ist auch nicht zwingend notwendig." Der Vertrag bestehe weiterhin, werde nicht gekündigt und es gebe weiterhin die offiziellen Empfänge in beiden Rathäusern. Die nächste Delegation aus England wird übrigens im August erwartet.