Bad Oeynhausen. Die Gefahr der Insolvenz für die Georg Zopf GmbH & Co. ist abgewendet. Innerhalb kürzester Zeit konnte mit der niederländischen Unitex ein Unternehmen gefunden werden, das sich durch die Übernahme der Bad Oeynhausener Firma den Einstieg in den deutschen Markt verspricht. Ein Großteil der 36 Arbeitsplätze soll erhalten bleiben. Geschäftsführerin Ulrike Schönlau-Niehoff: "Der Name bleibt, ich bleibe."
Wie die NW exklusiv berichtete, war der vor über 100 Jahren gegründete Betrieb (Ketten, Seile, Zurrgurte und Bänder) in finanzielle Schwierigkeiten geraten, so dass Schönlau-Niehoff Anfang März beim Bielefelder Amtsgericht Insolvenz anmeldete.
Rechtsanwalt Joachim Walterscheidt, der als Berater auftrat: "Bei der drohenden Zahlungsunfähigkeit ist richtig und schnell gehandelt worden. Das hat uns Zeit verschafft, die wir dann besser nutzen konnten. Sonst wäre die Firma sukzessive zerbröselt."
Der Mindener Rechtsanwalt Dr. Jürgen M. Thiel hatte sich als Insolvenzverwalter zuvor bereits zuversichtlich gezeigt und den Beschäftigten Mut zugesprochen: "Das Unternehmen wird fortgeführt." Thiel gab allerdings "ein halbes Jahr" für die Investoren-Suche vor.
Nun wurde Thiel erheblich schneller fündig.
"Es war ein Glücksfall, dass der Investor kam. Der Rest war handwerkliches Geschick aller Beteiligten", fasst Walterscheidt zusammen, der die Rolle der Geschäftsführerin hervorhebt, die die Angelegenheit souverän gehandhabt habe und "die als Frau ihren Mann gestanden hat".
Die Zukunft des Bad Oeynhausener Unternehmens im künftigen Konzernverbund beurteilt Walterscheidt optimistisch. "Als eigenständiger Betrieb würde Zopf auf Dauer keine Chance haben."
Ähnlich positiv fällt das Fazit von Ulrike Schönlau-Niehoff aus: "Wir gehen gestärkt aus dem Verfahren hervor." Das neue Geschäftsmodell habe Synergien, "die für alle Beteiligten hilfreich sind".
Zopf stellt alle Teile zum Heben und Sichern von Lasten her oder konfektioniert diese. 1898 war die Firma im westfälischen Münster als Seilerwarenhandel mit Verpackungskordeln und Hanfseilen gegründet worden. 1925 siedelte Zopf nach Bad Oeynhausen um, wo der Grundstein für den Großhandel mit Drahtseilen gelegt wurde.
Durch den Einstieg von Unitex hat Zopf die Eigenständigkeit verloren. Schönlau-Niehoff: "Die Niederländer haben alle Gesellschafter-Anteile übernommen."