Vollsperrung der Eidinghausener Straße ab Montag / 180.000 Kubikmeter Erde sollen nach Minden
Bad Oeynhausen. Der Eidinghausener Boden kommt nach Minden. Nach monatelangem Hin und Her steht nun fest: Mit den 180.000 Kubikmetern überschüssiger Erde der Nordumgehungs-Baustelle soll der Mindener Baltussee aufgefüllt werden. Bis zu 200 Lastwagen täglich werden ab kommender Woche durch Eidinghausen, Dehme und Porta Westfalica fahren. Ihr Ziel: der ehemalige Barkhausener Kiesteich zwischen Weserauentunnel und B 65neu.
Ab Montag, 12. April, wird für die Bauarbeiten zur A30-Anschlussstelle die Eidinghausener Straße zwischen Weinstraße und Schwagerstraße für acht Monate voll gesperrt.
23 Hektar misst die Wasseroberfläche des Baltussees in Minden. Ehemals wurde dort Kies abgegraben. Zurzeit ist der Fischereiverein Vlotho Eigentümer. Vor allem die bis zu zehn Meter tiefen Tiefwasserzonen sollen durch den Eidinghausener Boden aufgefüllt werden. Damit könne, so heißt es, die Lebensraumfunktion für die Tier- und Pflanzenarten in der Aue erhöht werden. "Wir haben darüber allerdings noch keinen Beschluss gefasst", betont Erhard Eickenjäger, Vorsitzender des Fischereivereins Vlotho. Erst in der kommenden Woche werde der Vorstand seine Entscheidung fällen. Schlecht, so Eickenjäger, sei die Auffüllung der vielen Tiefwasserbereiche allerdings nicht: "Für die Fische ist es besser, wenn der See flacher ist."
Den Antrag, den Boden in den See zu schütten, hat das Kieswerk Windheim-Döhren gestellt – das wiederum im Besitz der Cemex AG (unter anderem mit Sitz in Gohfeld) ist. Der Baltussee liegt im Überschwemmungsgebiet der Weser und damit in unmittelbarer Nähe zum stark frequentierten Weserradweg. Das stelle, so geht es aus den Unterlagen des Mindener Bauausschusses hervor, eine hohe Belastung für den Naherholungsraum dar.
An die 180.000 Kubikmeter Boden können im Eidinghausener Bereich der Nordumgehung nicht verwendet werden. Macht 18.000 Lastwagen (plus 18.000 Lehrfahrten), die von Eidinghausen nach Minden müssen. Bei einem Ladevolumen von zehn Kubikmetern und einer Bauzeit bis Oktober/November geht Straßen NRW von bis zu 200 vollen Lastwagen und 200 Leerfahrten täglich aus. Genau die rollen ab kommender Woche vermutlich von der Eidinghausener Straße durch Dehme und den Weserauentunnel bis zur B 65 neu.
"Vom Tunnel kommend werden die Lastwagen auf der B65 neu in Richtung Bückeburg fahren und die Bundeswehr-Abfahrt nutzen", so Oliver Roth, Pressesprecher des Kreises Minden-Lübbecke. Weiter geht es dann auf dem Weserradweg bis zum Baltussee. "Der Radweg ist weiterhin nutzbar, hält laut Berechnungen die Lastwagen aus und wird an den Seitenrändern verstärkt." Außerdem muss für die kommenden Monate ein provisorischer Geh- und Radweg von 2,50 Meter markiert werden – damit sich Radler, Inliner und Lastwagen nicht in die Quere kommen.