Bad Oeynhausen-Werste. Einen der größten Drogen- und Waffenfunde ihrer jüngeren Geschichte vermeldet die Polizei in Bad Oeynhausen. Fahnder hatten in der Nacht zu Freitag in Werste die Wohnung eines 31-jährigen Drogendealers gestürmt. Dabei entdeckte sie Heroin und Kokain im Wert von rund 100.000 Euro sowie Bargeld in einem fünfstelligen Eurobetrag. Den Fund vervollständigte ein ganzes Waffenarsenal, zu dem auch eine scharfe Handgranate gehörte. Polizeisprecher Ralf Steinmeyer: "Die Menge und die Gefährlichkeit dieses Fundes sind einmalig."
Bereits seit längerer Zeit hatten die Beamten den einschlägig vorbestraften Mann im Visier. Er stand im Verdacht, Rauschgift in größeren Mengen aus dem Ruhrgebiet zu beschaffen und es in Bad Oeynhausen an Drogenabhängige zu verkaufen.
Als sich der Mann am Donnerstagabend mit einem Auto auf den Weg machte, ahnte er nicht, dass die Beamten ihm dicht auf den Fersen waren. Als er kurz nach Mitternacht in seine Wohnung im Ortsteil Werste zurückkehrte, griffen Fahnder aus Minden und Bad Oeynhausen zu. Dabei ließ sich der Verdächtige widerstandslos festnehmen. Steinmeyer betont die Gefährlichkeit des Einsatzes: "Das hätte auch ganz anders ausgehen können."
Der Polizeisprecher bezieht sich dabei auf die besonders brisante Entdeckung einer scharfen Handgranate. Noch in der Nacht hätte sich ein Feuerwerker vom Landeskriminalamt Düsseldorf um den explosiven Fund gekümmert. "Der Mann hat die Granate gleich nach Düsseldorf mitgenommen."
Vorerst in den Asservatenkammern der Kreispolizei Minden geblieben ist das Heroin und das Kokain im Wert von annähernd 100.000 Euro. Außerdem lagern die Kreis-Beamten zahlreiche Lang- und Kurzwaffen samt Munition. Darunter ein Sturmgewehr G3, das normalerweise bei der Bundeswehr eingesetzt wird, eine geladene Pistole, Kaliber 9 Millimeter, mehrere Gewehre und eine abgesägte Schrotflinte sowie einen sogenannten Totschläger.
Ralf Steinmeyer: "Woher dieses Arsenal stammt und ob die Waffen möglicherweise bereits bei anderen Straftaten benutzt wurden, müssen die Ermittler in den kommenden Tagen klären."Der Drogendealer wurde nach seiner Festnahme zunächst ins Polizeigewahrsam nach Minden gebracht.
Eine derzeit noch laufende Bewährungsstrafe wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz habe den Mann, so hieß es in Polizeikreisen, offenbar von einem weiteren, schwunghaften Rauschgifthandel nicht abgehalten. Gegen ihn wird nun zusätzlich noch wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt. Sollten der Drogenhandel und die Waffenverstöße in Zusammenhang stehen, droht dem Mann eine mehrjährige Haftstrafe. Der Werster wurde am Freitag einem Haftrichter vorgeführt.
Weitere Einzelheiten zur Person, wie etwa die Nationalität des Mannes, wollte der Polizeisprecher aus ermittlungstaktischen Gründen gestern nicht nennen.