Farbanschlag auf Info-Mobil auf dem Aqua Magica Gelände / Ein Soldat leicht verletzt
Bad Oeynhausen. Elf vermummte Gestalten haben gestern kurz vor der Eröffnung der Ausbildungsplatzbörse "Step One" auf dem Aqua Magica Gelände das Info-Mobil der Bundeswehr überfallen. Aus drei umgebauten Feuerlöschern besprühten sie die beiden Bundeswehr-Fahrzeuge - einen Geländewagen und den Info-Lastwagen - mit roter Farbe. Ein Soldat wurde mit Tränengas besprüht.
Mittwochmorgen, 8.50 Uhr. In zehn Minuten soll die Ausbildungsplatzbörse auf dem Gartenschaugelände eröffnen. Unter den 59 Ausstellern ist auch das Informations-Mobil der Bundeswehr, vor dem Oberleutnant Iris Evers-Tigges mit vier Kameraden bereit steht für die ersten Gespräche. Doch statt wissenshungriger Schüler erscheinen elf vermummte Gestalten vor dem Infostand. "Sie hatten sich mit Motorrad-Masken, Tüchern und Schals verhüllt, so dass nur die Augen zu sehen waren", berichtet Evers-Tigges.
"Eine Frau hatte das Kommando", berichtet die Wehrdienstberatungs-Offizierin, die schätzt, dass die Täter im Alter zwischen 30 und 40 Jahren sind. Die Anführerin der Vermummten dirigierte vor allem die drei Personen, die Feuerlöscher dabei hatten. Mit den offenbar umgebauten Geräten versprühten sie blutrote Farbe auf die Bundeswehr-Fahrzeuge. "Als ich sah, dass die Täter sich dem Führerhaus des Lastwagens näherten, habe ich noch versucht sie aufzuhalten", berichtet Evers-Tigges. Doch die Vermummten ließen sich von der Offizierin nicht bremsen. So trat Evers Tigges den Rückzug an und brachte sich in Sicherheit, während einer der Täter den Innenraum des Lastwagens mit der roten Farbe übersprühte.
Ein anderer Soldat versuchte derweil, per Handy die Polizei zu alarmieren. "Als die Täter das mitkriegten, sprühten sie dem Kameraden Tränengas ins Gesicht", berichtet Evers-Tigges. Der Soldat wurde leicht verletzt, war aber kurz danach wieder wohlauf.
Nach zwei, drei Minuten war der Spuk vorbei. Die Täter konnten unerkannt Richtung Haupteingang des Gartenschau-Geländes fliehen. Wie Evers-Tigges beschreibt, trugen die Täter bis auf ihre Maskierung ganz normale Straßenkleidung. "Es war nicht der schwarze autonome Block, den wir schon kennen", so die Offizierin.
Nach dem Überfall rückte die Polizei mit einem Dutzend Einsatzkräften und zwei Spürhunden auf dem Gartenschaugelände an, um nach Spuren zu suchen. Auch der Staatsschutz Bielefeld schaltete sich in die Ermittlungen ein. "So organisiert wie das abgelaufen ist, ist von einem politischen Hintergrund auszugehen", sagte Polizeisprecher Joachim Tather-Klas.
Auch die Feldjäger aus Augustdorf kamen zum Tatort geeilt. "Wir versuchen im wesentlichen, die Höhe des Schadens festzustellen", erklärte Oberleutnant Steinmann. Noch ungeklärt blieb gestern, um welche Farbe es sich handelt. Tather-Klas schätzt den Schaden auf 20.000 bis 30.000 Euro. Das Infomobil der Bundeswehr, das in ganz NRW unterwegs ist, fällt auf unbestimmte Zeit aus. "Wir haben bundesweit fünf solcher Fahrzeuge. Aber einen solchen Anschlag hat es noch nicht gegeben", sagt Evers-Tigges.
Aufgrund von Zeugenhinweisen konnte die Polizei die drei Feuerlöschen sicherstellen. Auch bei den weiteren Ermittlungen setzt die Polizei auf mögliche Zeugen. Wer im Vorfeld oder auch während der Aktion Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise auf die Täter geben kann, wird gebeten, die Polizei in Herford unter Tel. (0 52 21) 88 80 zu informieren.