Bad Oeynhausen. "Es muss wohl erst etwas passieren", befürchtet Aline Pestka, deren fünfjähriger Sohn so gerne einmal über die Straße flitzt, um sich auf dem benachbarten Spielplatz gleich neben der Wöhrener Feuerwehr auszutoben.
Doch seit Sperrung der Eidinghausener Straße für den Bau der Nordumgehung und den damit verbundenen Umleitungen des Straßenverkehrs ist der Kortenweg zum gefährlichen Schleichweg für Ortskundige geworden. Die wollen ein wenig schneller am Ziel sein und nehmen die Parallelstrecke zum ausgeschilderten Vorberger Weg.
"Das ist eine Katastrophe", ereifert sich Anwohner Eckard Röwekamp, der eine "enorme Gefahr" für jeden Fußgänger ausmacht. Das gelte gleichwohl für Anlieger als auch Kurgäste, für die es bis zur Klinik Bad Oexen nicht weit ist.
Für Fußgänger wie für Radfahrer bestehe die "Gefahr für Leib und Leben", zumal die drei Kurven im mittleren Abschnitt des Kortenwegs von keiner Seite einsehbar sind. "Einige Fahrzeuge nutzen die Strecke mit hoher Geschwindigkeit, wie auf einer Schnellstraße", beklagt sich der Wöhrener, der den Umleitungsverkehr bereits aus beiden Richtung gesichtet hat.
Wenn es nach den Anwohnern Aline Pestka oder Eckard Röwekamp geht, dann soll der Kortenweg für den Durchgangsverkehr gesperrt und nur für Anlieger frei gegeben werden. Der Hauptausschuss am morgigen Mittwoch soll sich mit diesem Thema beschäftigen.
Dass es dafür triftige Gründe geben könnte, belegen Verkehrszählungen. Demnach passieren die Umleitungsstrecke über den Alten Postweg täglich 6.258 Fahrzeuge. Vor der Sperrung waren es 4.979 Einheiten.
Auf westlicher Seite sieht es noch gravierender aus. Dort wurden vorher 7.254 Fahrzeuge in 24 Stunden gezählt, nun sind es 10.084. Aus diesem Grund hat der Kreis Minden-Lübbecke als Straßenbaulastträger mittlerweile die Kirchbreite zwischen Eidinghausener Straße und Heisenbergstraße durchgängig als Tempo-30-Zone ausgeschildert.