Bad Oeynhausen. Immerhin: "Sex in the City" wollten in der gestrigen Abendvorstellung sechs Besucher sehen. Nebenan in Kino 5 war dagegen kein Platz mehr frei. 300 Fans erlebten die erste Fußball-Live Übertragung von einer WM in 3D. Zuschauerin Vivien Hupe aus Wulferdingsen war begeistert. "Als wenn man Podolski anpacken könnte".
Nachbar Gerd Frane gab sich zwischenzeitlich Kritischer: "Ob das was wird?" Um sich kurz darauf selbst zu beruhigen: "Gemeinsam sind wir stark." Das galt an diesem Abend nicht nur für das UCI-Kinoplex, sondern für die vielen anderen Orte, an denen die Bad Oeynhausener gemeinsam mit dem deutschen Team um den Einzug ins Achtelfinale fieberten.
Wie im New Orleans, wo der Andrang zum ersten Endspiel der Deutschen groß war. Schon eine halbe Stunde vor Anpfiff mussten Gäste stehen, weil sie keinen Platz mehr bekamen, weder im Zelt, noch auf der Terrasse oder gar drinnen.
In der ersten Halbzeit aber wollte keine rechte Stimmung aufkommen. "Langweilig", fand Michaela Buddenbohm das Spiel bis zur Halbzeitpause, dabei hatte sie am Nachmittag noch auf einen 3:0-Sieg der Deutschen getippt. "Die erste Halbzeit war ja nicht so atemberaubend", sagte der 23-jährige Andreas Barnbrügge.
Andy Bosse (20) meinte, er habe nicht geglaubt, dass Ghana das Spiel so gut aufbaue. Jürgen Löffler sollte schließlich Recht behalten: "Ich glaube, wir gewinnen 1:0, weil wir immer eine Turniermannschaft waren und den Druck brauchen."
Der Druck der Fans entlud sich dann endlich bei Mesut Özils Treffer – danach war kein Halten mehr. Die letzten Minuten wurden durchgezittert, während man schnell die Rechnung verlangte, um sich dann in den Autokorso zum ZOB einzureihen.
Währenddessen saßen Armin Blech und Tobias Rometsch in einem Strandkorb und waren noch voll der eben erlebten Stimmung: "Das war eine großartige Atmosphäre hier, und das Ergebnis ist zwar nicht überragend, aber der Sieg ist gut für uns, und das zählt."
Im Kino freuten sich derweil die Brüder Rubin und Dimitri Hermann über eine gelungene dreidimensionale Fußball-Premiere. Im Achtelfinale wären sie gerne wieder mit dabei. Doch dann werden sie sich mit 2D begnügen müssen. Kino-Chef Nicholas Morris: "Die Stadien sind im Achtelfinale für 3D-Übertragungen zu klein. Wenn wir Fußball zeigen, dann wohl erst wieder zum Viertelfinale."