Bad Oeynhausen. BäckerBrante bringt das Salz in die Stadt und die Sparkasse lässt den Sport wieder aufleben - die Geschäftsszene in der City ist in Bewegung geraten. Nicht nur in der Klosterstraße und an der Herforder Straße.
Noch darf Sparkassenvorstand Hans-Jürgen Nolting den Betreiber für den Leerstand im Lenné-Karree nicht nennen. Mit dem Vorpächter habe er aber, so wird versichert, nichts zu tun. "Die Verträge sind unterschrieben. Zum 1. Oktober zieht ein Sportfachgeschäft in die ehemaligen Räume von Sport-Johanning."
Ein Jahr wird dann vergangen sein, seitdem Johanning zunächst sein 75-jähriges Jubiläum gefeiert und kurz darauf den Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe verkündet hatte. Nolting ist nun zufrieden, einen Nachmieter gefunden zu haben. "Dann sind wir wieder zu 100 Prozent belegt."
Deutlich weniger Prozent-Punkte genügen Andreas Brante beim Salzgehalt des Wassers, das eine Saline berieseln soll, die als Blickfang einer neuen Filiale an der Klosterstraße gedacht ist. Brante zieht von der Hausnummer 20 zur Hausnummer 2, vergrößert sich auf 100 Quadratmeter und überrascht mit völlig neuem Konzept.
"Wir werden auf 15 Quadratmetern als erste und einzige Bäckerei in unserem neuen Geschäft eine voll funktionsfähige Saline installieren", verrät Brante, der einen Spezialisten betraut hat, der im Moment die Saline am Bad Salzufler Kurpark instand setzt.
"Wir nehmen wahrscheinlich die Sole aus der Humboldtquelle mit einem Salzgehalt von 2,5 Prozent und verdichten diesen dann auf 25 Prozent, damit das Salz gradierfähig ist", sagt Andreas Brante, der in dem Geschäft "gemütlicher sowie bequemer" werden will und sich auf seine Stärken "Torten und Kuchen" konzentrieren will.
Auf größere Verkaufsräume freut sich auch Tim Schütte. Der "Brillenmacher"-Chef verlässt die Königshof-Kolonnaden und wechselt zur oberen Klosterstraße, wo er in das von Ulrich Kreft neu erbaute Ladenlokal einzieht.
ZWISCHENRUF
Vorteile nutzen
Die jüngsten Bewegungen belegen, dass die Innenstadt attraktiv ist – trotz der Konkurrenz durch den Werre-Park. Doch gerade wegen dem bringt Brante-Verpächter Ralf Tiesmeier wieder die überdachte Klosterstraße ins Gespräch – für Karl-Ludwig Meyer auch eine Lösung für die Viktoriastraße. Beides wäre von Vorteil für die City. peter.steinert@ihr-kommentar.de
"Da werden wir statt der bislang 80 Quadratmeter 140 Quadratmeter haben", sagt Schütte, der sich künftig auf verbesserte Sicherheitsvorkehrungen verlässt - Unbekannte waren im vergangenen Jahr ins Geschäft an der Paul-Baehr-Straße eingestiegen und hatten hochwertige Brillen im Wert von 95.000 Euro mitgehen lassen.
Die Kolonnaden verlässt ebenfalls der Fashion-Store, der Nachbar von Schütte ist. Und bleiben wird, da er an der oberen Klosterstraße 21 ein neues Domizil gefunden hat. Tim Schütte lachend: "Wir haben uns aber nicht abgesprochen." Rein rechnerisch gesehen steigt damit der Leerstand in den Königshof-Kolonnaden, in denen schon jetzt mehr als 33,33 Prozent aller Geschäfte nicht vermietet sind.
Karl-Ludwig Meyer vom Hohenzollernhof kommt nicht annähernd auf solche Zahlen. "Derzeit beträgt der Leerstand bei uns etwa fünf Prozent", sagt der Geschäftsführer, der unlängst ein Kosmetikstudio und in der Passage ein Eiscafé verloren hatte. "In das Kosmetikstudio zieht ein Graveur, der Handys oder Sektflaschen gravieren kann, und beim Eiscafé sind wir in Gesprächen."
Dass die Innenstadt nach wie vor ein guter Standort sei, davon ist Meyer überzeugt. Als Beleg dient ihm eine Studie, in der die überregionalen Filialisten aufgeführt sind. In Bad Kreuznach etwa belegen diese Ketten 73 Prozent aller Ladenflächen. In Bad Oeynhausen sind es 19,6 Prozent. "Da", schwärmt Meyer ob der vielen kleineren Geschäfte, "können wir uns doch sehen lassen."
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