Experte für Kunststofftechnik aus Eidinghausen investiert 1,5 Millionen Euro in neue Halle und Technikum
Bad Oeynhausen. Der jüngste Erfolg hat im Hause Gneuß drei Buchstaben: MRS - das sogenannte Multirotationssystem. Eingesetzt wird es mittlerweile weltweit im PET-Recycling. "Mit dieser Technologie kann ungetrocknetes Rohmaterial verarbeitet werden - beispielsweise geschredderte und gereinigte Plastikflaschen", erläutert Geschäftsführer Dr. Stephan Gneuß. Damit sei diese Technik effizienter, energiesparender und dadurch kostengünstiger. Der Erfolg lässt Gneuß wachsen - Produktionsfläche sowie Technikum werden vergrößert und vor allem steigt die Zahl der Mitarbeiter kontinuierlich.
Im Programm hat des Bad Oeynhausener Familienunternehmen "Gneuß Kunststofftechnik" die MRS-Technologie seit 2007. Im vergangenen Jahr startete das Unternehmen mit dieser Technik richtig durch. "Die Stückzahlen sind stetig gestiegen", fügt Stephan Gneuss hinzu. "2009 war für uns ein Rekordjahr. Und jetzt haben wir auch die Zulassung für Lebensmittelverpackungen durch das Frauenhofer-Institut sowie der FDA und damit für den US-Markt."
Von Wirtschaftskrise keine Spur. Im Gegenteil: Am Firmensitz im Industriegebiet Mönichhusen in Eidinghausen baut Gneuß gerade eine neue Produktionshalle. 1,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen in die knapp 1.500 Quadratmeter große Halle und die technische Ausstattung.
Ende September sollen Halle und Technikum fertig sein. Der zusätzlich Platz wird auch dringend benötigt. Ab Oktober wird die für die Produktion zur Verfügung stehende Fläche doppelt so groß sein. Mit der Erweiterung des Sortiments steigen auch die Ansprüche an die Technik.
"Bis vor drei Jahren haben wir nur Filteranlagen produziert, jetzt montieren wir komplette Anlagen, die unsere Kunden zukünftig gleich hier im Hause abnehmen sollen", erklärt Stephan Gneuß. Und zu diesem Zweck wird das größere Technikum benötigt. Beispielsweise könne dann einem Kunden aus Brasilien die Anlage in Bad Oeynhausen vorgeführt und materialspezifische Problemen gleich entgegengewirkt werden. Das erspare die komplizierte Fehlersuche über den halben Erdball. "Verglichen mit dem alten Technikum wird das Neue dreimal so groß sein", so Stephan Gneuß.
Die Feuerprobe vor großem Publikum soll das Technikum im Oktober erfahren. Denn dann findet in Düsseldorf die weltweit größte Messe der Kunststoffbranche statt. "Dort werden wir uns präsentieren. Da es von Düsseldorf nach Bad Oeynhausen nicht soweit ist, wollen wir unseren Kunden hier Versuche vorführen", erläutert Geschäftsführer Stephan Gneuß. "Wenn wir den Schwung, den wir im Moment haben mitnehmen, haben wir auch zukünftig eine gute Marktposition", hofft Stephan Gneuß.
Mit der Expansion steigt auch die Zahl der Mitarbeiter. Allein in den vergangenen drei Monaten hat Gneuß am Standort Bad Oeynhausen von 80 auf 91 Angestellte aufgestockt und ein Ende ist nicht in Sicht. "Wenn man das Glück hat, in Zeiten der Wirtschaftskrise zu wachsen, findet man leichter gutes Personal."