Bad Oeynhausen. Erneut ist die Kurstadt zum Ziel von Brandstiftern geworden. Seit Ende April haben der oder die Täter zumeist Fahrzeuge angezündet. In der Nacht zum gestrigen Mittwoch standen um 2.45 Uhr auf dem Gelände der Maternus-Klinik zeitgleich ein Kleinwagen und ein hölzernes Gartenhaus in hellen Flammen. Zudem brannte am gegenüberliegenden Stadtrand gegen 4 Uhr auf dem Parkplatz der Klinik Bad Oexen der Mercedes eines Kurgastes.
Vom brennenden Holzhaus auf dem Areal der Maternus-Klinik ging akute Gefahr aus, da sich in dem Objekt vier Propangas-Flaschen befanden. Glücklicherweise unbeschadet blieb ein 3.000 Liter fassender Sauerstofftank, mit dem die Klinik ihre Beatmungsstation und auf Sauerstoff angewiesene Patienten versorgt. Dieser aufgebockte Tank steht direkt hinter dem Gartenhaus.
"Das hätte auch ganz anders ausgehen können", fasste Feuerwehr-Einsatzleiter Frank Pfeifer erleichtert zusammen, der die Kräfte der Wache sowie der Löschgruppen Bad Oeynhausen und Lohe koordinierte. Seine Wache war von einem Passanten sowie über die Kreisleitstelle Minden um 2.40 Uhr alarmiert worden.
Einer der Anrufer war Nachtportier Jörn Michael, der das Gelände der Maternus-Klinik kontrolliert. Den hatte ein Knall aufgeschreckt, nachdem auf dem Parkplatz der Tank eines Opel Corsa explodiert war. Auf seinem Rückweg zur Klinik bemerkte er drei flüchtende Jugendliche sowie das ebenfalls brennende Gartenhaus. "Das stand lichterloh in Flammen", erfuhr am nächsten Morgen Maternus-Verwaltungs-Direktor Martin Groll.
In dem Gartenhaus seien Liegestühle und Getränke für die Patienten gelagert gewesen, sowie die Propangasflaschen für Grillfeste, wie zuletzt eine "Karibische Nacht". Die Feuerwehr schätzt den an der Maternus-Klinik entstandenen Schaden auf 10.000 Euro.
Erst am Montag hatte die Polizei einen 37-Jährigen festgenommen, der innerhalb von zweieinhalb Stunden im Bereich Petershagen/Minden sieben Brände gelegt hatte.
Nicht nur in Bad Oeynhausen war die Feuerwehr in der Nacht zum Mittwoch im Einsatz. So brannte in Porta Westfalica ein Sattelzug. Die Beamten prüfen nun einen Zusammenhang zwischen den Taten.
Der jüngst Festgenommene kommt als Verdächtiger allerdings nicht in Frage, da er laut Polizeisprecher Werner Wojahn mittlerweile in der Psychiatrie untergebracht ist.
Wojahn auf Nachfrage der Neuen Westfälischen: "Zu den Tätern kann die Polizei zum derzeitigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Ob es einen Zusammenhang mit der seit dem 30. April andauernden Brandserie gibt, bei dem bislang an vier Tatorten insgesamt sieben Autos Feuer fingen, steht ebenfalls nicht fest. Die Ermittlungen laufen derzeit."
Zeugen melden sich bitte bei der Polizei unter der Telefon-Nummer (0 57 31) 23 00.