Bad Oeynhausen-Wulferdingsen (nisi). Das Ziel für den Betriebsratsvorsitzenden der Fennel GmbH & Co. KG, Rüdiger Velten, ist klar: "Wir wollen so viele der Kollegen wie möglich im Betrieb halten", erklärte er der NW. Montagmorgen sei er, so Velten, von der Geschäftsführung über den anstehenden Insolvenzantrag (die NW berichtete) informiert worden. "Eigentlich habe ich Urlaub."
Bereits vor einigen Wochen ist die Geschäftsleitung auf den Betriebsrat zugekommen, um über mögliche Transfergesellschaften zu verhandeln. Letztendlich hätten sich alle Beteiligten, wie berichtet, auf Kurzarbeit geeinigt. Velten: "Der Betriebsrat hat die Betriebsvereinbarung Freitag unterzeichnet."Zur Unterschrift der Gegenseite sei es nicht mehr gekommen.
"Wir haben sofort die IG Metall informiert, die uns bestens unterstützt." Gewerkschaftssekretär Andreas Bilz: "Mehr als die Mitglieder über das Verfahren zu informieren, können wir momentan nicht tun." Erst einmal müsse sich der Insolvenzverwalter ein Bild machen. Seit gestern Morgen ist Insolvenzverwalter Dr. Norbert Westhoff aus Bielefeld im Haus.
Erste Gespräche mit Geschäftsführung und Personalrat seien geführt, die mit dem Betriebsrat ständen noch aus, berichtet Velten.
Dirk Oberwetter, Leiter der Bad Oeynhausener Agentur für Arbeit, rät den Mitarbeitern, mit der Arbeitslos-Meldung noch zu warten. "Wir werden persönlich in den Betrieb gehen und beraten", erklärte er.
Schon seit 2006, damals noch im Besitz von Bernd Fennel, verzichten die Mitarbeiter der Wulferdingsener Firma auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Zurzeit stehe, so Velten, das Juni-Gehalt aus, das eigentlich am vergangenen Montag gezahlt werden sollte. "Seit ungefähr einem Jahr wurden die Gehälter nicht mehr pünktlich gezahlt. Meistens war es zwei bis drei Wochen später."
Die Stimmung in der Belegschaft sei schlecht. "Sie müssen bedenken, dass hinter den Mitarbeitern viele Familien stehen. Es kommt auch vor, dass beide Ehepartner im Unternehmen arbeiten", berichtete Velten. Viele seien zudem lange Jahre bei Fennel beschäftigt. Jetzt hoffen die Mitarbeiter auf das Insolvenz-Ausfall-Geld, dass für drei Monate gezahlt wird.


















