Bad Oeynhausen. 19 Stunden nach dem Feuer auf dem Sattelauflieger (die NW berichtete gestern) musste Hauptbrandmeister Frank Pfeiffer bereits wieder einen großen Brandeinsatz leiten. Montagnacht gegen 1 Uhr standen zwei Lieferwagen des Diakonieladens an der Elisabethstraße in Flammen, das Feuer griff auf das vom Kreiskirchenamt genutzte Gebäude über. Seit April wurden so von dem mutmaßlichen Serien-Brandstifter neun Autos angezündet.
"Wir haben Glück gehabt", stellt Pfeiffer später fest. Weil sich im Gebäude keine Wohn-, sondern nur Verwaltungsräume befinden und sich deshalb keine Menschen im Haus aufhielten. Erhebliche Schäden hat der Brand dennoch angerichtet. Der Fiat-Kleintransporter ist völlig zerstört, beim zweiten wird derzeit geprüft, ob eine Reparatur überhaupt möglich ist.
Da die Fahrzeuge dicht neben dem Haus abgestellt waren, konnte das Feuer übergreifen; das Büro im Erdgeschoss ist ebenfalls völlig ausgebrannt, die weiteren Räume verqualmt und daher vorerst nicht zu nutzen.
Friedrich-Wilhelm Nagel, als Verwaltungsleiter des Diakonischen Werkes Hausherr, stiftet der Feuerwehr dennoch ausdrücklich Lob: "Ohne deren schnellen Einsatz wäre der Schaden noch größer geworden." Insgesamt 22 Feuerwehrleute - neben einem Team der hauptamtlichen Wache die Löschgruppen Lohe, Bad Oeynhausen alt und Oberbecksen - hatten den Brand nach einer guten halben Stunde unter Kontrolle. "Das war in diesem Jahr schon mein 22. Einsatz", berichtet ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr bei den anschließenden Aufräumarbeiten. Ungewöhnlich stark ist die Belastung - weil, darin ist er sich mit seinen Kollegen und den ermittelnden Polizeibeamten (siehe Kasten) einig - hier in Bad Oeynhausen offenbar ein Serienbrandstifter sein Unwesen treibt: "Hoffentlich wird der bald gefasst."
Dem Wunsch schließen sich auch Christel Michalzicks und die anderen sieben ehrenamtlichen Helfer aus dem Diakonieladen an. "Das ist ein Angriff auf die Ärmsten", sind sie sich einig. Denn mit den beiden demolierten Fahrzeugen wurden täglich die Waren geholt, die im Diakonieladen dienstags und donnerstags an Bedürftige verteilt werden. Trotz des Brandanschlags ist das auch am heutigen Dienstag ab 14 Uhr möglich - dank des selbstlosen Einsatzes der Helfer. "Wir haben schnell überlegt und schnell gehandelt", fasst Christel Michalzicks zusammen. Mit zwei Privatwagen sind die Helfer zu den Supermärkten auf der Lohe und nach Löhne gefahren und haben die Lebensmittel abgeholt. Werner Werkmeister und seine Mitstreiter sind sich aber einig, dass das nur eine Notlösung sein kann: "In unseren Privatwagen ist nicht genug Platz." Und der Kühlwagen, der noch zur Verfügung steht, reicht auch nicht aus. Derzeit laufen zwar Verhandlungen wegen eines Leihfahrzeuges, Werkmeister hofft aber auf eine preiswertere Alternative: "Vielleicht stellt uns jemand für die nächsten Tage einen Kleintransporter zur Verfügung." Damit trotz des Brandanschlages die Lebensmittelversorgung für Bedürftige sichergestellt ist.