Bad Oeynhausen. Bei einem schweren Verkehrsunfall an der Einmündung Dehmer Straße/Mindener Straße ist gestern Morgen ein 46-jähriger Autofahrer getötet worden. Die Fahrerin eines weiteren Pkw, eine 53-jährige Bad Oeynhausenerin, wurde schwer verletzt. Ihr Auto geriet in Brand. Die beiden Fahrzeuge waren beim Abbiegen in die Dehmer Straße von einem Lastwagen erfasst worden.
Glassplitter, verbogenes Blech und sogar ein brauner Schlappen zeugen auf der Fahrbahn vom Unfall. In unmittelbarer Nähe: zwei völlig demolierte Klein- und ein Lastwagen. Nur wenige Minuten vorher - um kurz nach 7 Uhr - wollte der aus Bad Oeynhausen stammende 46-Jährige, er ist Arzt am Johannes-Wesling-Klinikum in Minden, mit seinem lilafarbenen VW Polo von der Mindener Straße nach links auf die Dehmer Straße abbiegen. Unmittelbar hinter ihm, in einem weißen Fiat Punto, die 53-jährige Frau.
Als beide Autos mitten im Einmündungsbereich waren, fuhr ein 42-jähriger Lkw-Fahrer aus Brandenburg mit seinem tonnenschweren Fahrzeug offenbar bei Rot über die Ampel. Vom Rehmer Autobahnkreuz kommend war der Lastwagen in Richtung A 30 unterwegs, als er mit großer Wucht gegen die beiden Autos prallte.
Der Fiat wurde dadurch zurück geschleudert und kam auf den Fahrstreifen der Mindener Straße zum Stehen. Außerdem geriet der Motorraum in Brand. "Als wir eintrafen, hatten andere Autofahrer die schwer verletzte Frau bereits aus ihrem brennenden Fahrzeug geborgen", sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Sascha Reinkensmeier, der mit seinen Kollegen die weitere Versorgung der Verletzten übernahm.
Ampelblitzer wünschenswert
Sechs Sekunden Zwischenzeit, so StraßenNRW-Pressesprecher Sven Johanning, habe die Ampel an der Einmündung. Sechs Sekunden vom Rotlicht bis zum Grün für die Linksabbieger. "Noch langsamer können wir sie nicht schalten." Wünschenswert sei ein Ampelblitzer, da immer wieder Lastwagenfahrer bei Rot in diese Einmündung fahren. Doch für die Blitzer ist der Kreis zuständig – von dem es gestern keine Stellungnahme gab.(nisi)
Nicht mehr helfen konnten sie dagegen dem 46-jährigen Arzt, dessen Wagen von dem Sattelzug auf der Beifahrerseite getroffen und in einen angrenzenden Grünstreifen geschleudert wurde, wo er offenbar mit dem Heck noch gegen einen Baum prallte. Notärzte und Rettungskräfte kümmerten sich sofort um den Mann. Auch ein angeforderter Rettungshubschrauber landete unmittelbar neben der Unfallstelle auf dem Gelände des Klärwerks. Alle Mühen der Retter waren jedoch vergeblich - der 46-Jährige verstarb noch an der Unfallstelle.
Der Lkw-Fahrer konnte sein mit rund 26 Tonnen Schreddermaterial beladenes Fahrzeug am Fahrbahnrand zum Stehen bringen. Er blieb äußerlich unverletzt, war jedoch sichtlich geschockt. Noch an der Unfallstelle kümmerte sich Pfarrer Ralf Steiner vom Kirchenkreis Vlotho als Notfallseelsorger um den Mann. Danach betreute er fünf Stunden lang die Witwe und die beiden Kinder (9 und 11 Jahre) des 46-jährigen Arztes.
"Da Zeugen berichteten, dass die beiden Autos bei Grün abgebogen seien, gehen wir derzeit davon aus, dass der Lkw-Fahrer trotz Rotlicht in den Einmündungsbereich fuhr", so Polizeipressesprecher Ralf Steinmeyer. Eine Überprüfung der Ampelschaltungen ergab keine Auffälligkeiten. Bei den weiteren Ermittlungen wurden die Beamten noch am Einsatzort von einem Sachverständigen unterstützt. Bis zirka 11.30 Uhr war die Unfallstelle gesperrt. Polizisten leiteten den Verkehr um.
Meine Gedanken sind bei den betroffenen Familien