Bad Oeynhausen. Spaziergänger und Jogger sind bestürzt. Anwohner verärgert. Etwa 40 tote Fische liegen im Karbach, kurz vor Einmündung in die Werre. "Wir haben das Kreisumweltamt informiert, bis jetzt ist nichts geschehen", sagt eine Nachbarin. Erst ein Anruf dieser Zeitung lässt die Polizei aktiv werden. Auf den Hinweis, dass sich möglicherweise ein das Unglück auslösener Kanister mit ätzender Säure im Flussbett befindet, wird die Feuerwehr hinzugezogen.
Spaziergänger Horst Jacobsen hatte die toten Fische im Karbach gesehen. "Wie ich gehört habe, sollen die Stadtwerke in der Nachbarschaft Kanäle gereinigt haben". Das entsprechende Unternehmen nennt der Werster gleich mit. Unbekannt ist, ob dieser Arbeiten die Ursache des Fischsterbens sind.
Möglich, dass ein Kanister mit einer ätzenden Lösung der Auslöser ist. Steffen Funk vom Angel-Klub "Werre-Tal" waren eher zufällig die toten Fische aufgefallen. Er zeigt auf einen flussabwärts im Wasser treibenden gelblich-weißen Kanister mit der Aufschrift "Mofa".
Mit geschlossenen Mäulern im Wasser
Funk informierte umgehend den Gewässerwart des Klubs, Wolfgang Spira. Der war sich schnell sicher, dass die Fische vergiftet wurden. "Das ist sehr wahrscheinlich, weil die Tiere alle mit geschlossenen Mäulern im Wasser liegen." Beim näheren Betrachten sieht er, wie sich Schuppen und Augen lösen. "Ganz klar ein Zeichen von Verätzungen."
Erkennbar war, dass ein etwa 100 Meter langer Abschnitt des Karbachs im Bereich Stüher Straße/Haverkamp betroffen ist. Angler Steffen Funk: "So etwas kann sich auch schnell weiter ausbreiten auf Werre und Weser."
Das konnte, wie die Polizei gestern auf Anfrage der NW mitteilte, verhindert werden. Die Feuerwehr hat am Freitag nicht nur die toten Fische beseitigt, sondern auch eine Gewässerprobe entnommen. Die wird nun, so die Polizei, vom Umweltamt untersucht: "Vielleicht kann auch so der Verursacher ermittelt werden."