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05.10.2011
BAD OEYNHAUSEN
Kinderlärm-Plakat sorgt für Ärger in Bad Oeynhausen
Bürgermeister distanziert sich

Plakat gegen Kinderlärm | FOTO: LISA DRÖGEMEIER

Bad Oeynhausen (lnw). Ein Plakat gegen Ruhestörungen durch Kinder hat im beschaulichen Kurort Bad Oeynhausen (Kreis Minden-Lübbecke) Empörung ausgelöst. Auf einem Aushang des städtischen Seniorenbeirates am Haupteingang des Kurparks stehen zunächst Sätze zu lesen wie: "Toben an der frischen Luft ist gesund." Danach folgt jedoch der Aufruf: "Bitte Rücksichtnahme in den Ruhezeiten." Bad Oeynhausens Bürgermeister Klaus Müller-Zahlmann (SPD) distanzierte sich am Mittwoch ausdrücklich von der Plakataktion.

Zudem wollen zwei Mitglieder des Seniorenbeirates das Gremium aus Protest verlassen. "Wir schämen uns für die Aktion", betonten sie der "Neuen Westfälischen" gegenüber. Nach einem neuen Bundesgesetz gilt das Lärmen von Kindern ausdrücklich nicht mehr als schädliche Umwelteinwirkung.

"Grundsätzlich kennen wir die Gesetzeslage, dass heutzutage Kinder sehr viele oder alle Rechte haben", sagte Plakat-Initiator Dieter Freudenberg im WDR-Fernsehen. "Aber trotzdem sind wir (...) der Meinung, dass man durchaus darauf achten sollte, dass zu bestimmten Zeiten die Kinder ruhiger sind." Er fügte hinzu: "Es gibt auch ein ruhigeres Spielen, meinetwegen auch Schularbeiten machen, Brettspiele, Lesen." Bürgermeister Müller-Zahlmann findet den Aufruf dagegen "kontraproduktiv". Rat und Verwaltung in Bad Oeynhausen wollten eine kinderfreundliche Stadt, diese Stimmung lese man auch an den Reaktionen der Bürger ab.

"Die überwiegende Mehrheit hat sich klar gegen das Plakat positioniert." Der Bürgermeister betonte: "Ich ermutige die Familien, ihren Kindern Freiheiten zu geben." Vor wenigen Monaten hatte die Senioren-Union in Nordrhein- Westfalen Schlagzeilen mit dem Thema gemacht. Der Landeschef der CDU-Organisation, Leonhard Kuckart, hatte gefordert, dass die Behörden die Genehmigung für eine Kita oder einen Spielplatz in einem Wohnumfeld mit vielen Senioren auch künftig im Einzelfall ablehnen können.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Die Aufregung über eine höflich ausgesprochene Bitte "Rücksicht zu nehmen".. kann ich nicht verstehen! Die wenigsten haben den DIN-A4 Aushang,(er ist "weder"Plakat noch Zettel" liebe NW-Redaktion), so im Schaukasten des Seniorenbeirats gelesen,ließen sich eher mittreiben auf der Welle einer "Vorverurteilungs-Zeremonie" ...
Und somit teile ich auch die Meinung der zu diesem Fall angesprochenen "UNICEF" ,die jüngst die Bitte um Rücksichtnahme mit ihrer Empfehlung dazu noch den Seniorenbeirat bestärkt: .."die Eltern sollten mit ihren Kindern sich dieses Themas annehmen!"
Kuriosität am Rande:Ein über lange Jahre aufgestelltes Schild am Kinderspielplatz "Lessingstr" mit der "Bitte um Rücksichtnahme zwischen 13.00 und 15.00 Uhr"... wurde entfernt und durch ein neues Schild ohne o.a."Text" ersetzt,sicherlich kein Einzelfall in Sachen unnötiger Kosten- das bekommt der Steuerzahler
n i c h t mit!

Die Thematik "Ruhe" allein von Senioren zu verengen, ist nicht gerechtfertigt. Die hier postenden erziehungsunfähigen Eltern sollten auch bedenken, daß viele Menschen (z. B. Krankenschwestern, Ärzte, Polizeibeamte, Feuerwehrleute und auch etliche Fabrikarbeiter) nachts arbeiten müssen und ihren Schlaf am Tage - also auch Ruhe vor zuviel Kinderlärm - finden müssen. Wer glaubt, daß nur die Zeiten von 22.00 bis 6.00 Uhr als Ruhezeiten betrachtet werden dürfen, dann müssen die Leutchen eben auch bereit sein, z. B. während eines Krankenhausaufenthaltes auf die Hilfe von Krankenschwestern oder Ärzte zu verzichten, wenn ihr Häuschen nachts brennt, auch damit einverstanden sein, daß die Feuerwehr erst am nächsten Morgen um 6.00 Uhr kommt.

Gehen sie heute mal z.B. in eine Schule: Dann wissen sie, wie wichtig es ist, Kindern Ruhe (!) und Respekt (!) gegenüber anderen Menschen beizubringen! Jene sind dort leider häufig Mangelware! Ich darf das sagen, denn ich arbeite in dieser Institution! Deshalb finde ich das Plakat prima!

Wer in einer Gemeinschaft lebt, muss Rücksicht nehmen, je früher ein Kind das lernt. umso besser! Vom Gesetzgeber her gilt man bis 14 Jahre als Kind. Ab 15 Jahren hat man also schlagartig leiser zu sein?? Ein Säugling versteht auch schon ein 'pscht', alles eine Frage der Geduld! Als ich noch ein Kind war (ja, ich erinnere mich noch daran!) hat mein Vater Schicht gearbeitet und wir waren 3 Kinder, die Rücksicht lernen mussten. Vor allem hatten wir Vermieter, die Lärm niemals geduldet hätten. Es hat funktioniert...seltsamerweise! Wir sind alle 3 noch am Leben und haben auch keinen seelischen Schaden, auch wenn wir nicht toben und schreien durften! Oder veilleicht gerade deshalb?? Wenn ich lese 'Kinder müssen schreien', kann ich mich nur wundern! Man schreit um Hilfe oder vor Schmerzen, wozu, um Himmelswillen muss ein normales, gesundes Kind denn schreien??

Lärm ist für mich übrigens Lärm, egal wo er herkommt! Ich sehe durchaus auch die Notwendigkeit eines Presslufthammers ein, der hört aber Nachts und vor allem nach ein paar Tagen wieder damit auf... während man der Kinderlunge beim Wachsen zuhören kann!

Und nein, ich bin KEIN Kinderfeind, aber ein Freund von friedlicher Co-Existenz. das bedeutet, dass ich Dauerlärm für egoistisch und lästig halte!
Vor allem in einem Kurort - gerade dort erwartet man Ruhe und Erholung, sonst wird der Ort in seiner Funkrion entwertet!

Auch ich stimme Antonius Block 100%ig zu

Meine lieben und ach so übereifrigen Eltern: Bitte lest Euch den Text nochmal in Ruhe und genau durch. Es handelt sich um eine wohl formulierte und lediglich höfliche Bitte um Rücksichtnahme - nicht mehr und nicht weniger. Niemand will Eurer Brut an den Kragen oder sie vor die Stadtgrenze vertreiben.

Kommt mal wieder auf den Teppich!



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