Bad Oeynhausen (lnw). Ein Plakat gegen Ruhestörungen durch Kinder hat im beschaulichen Kurort Bad Oeynhausen (Kreis Minden-Lübbecke) Empörung ausgelöst. Auf einem Aushang des städtischen Seniorenbeirates am Haupteingang des Kurparks stehen zunächst Sätze zu lesen wie: "Toben an der frischen Luft ist gesund." Danach folgt jedoch der Aufruf: "Bitte Rücksichtnahme in den Ruhezeiten." Bad Oeynhausens Bürgermeister Klaus Müller-Zahlmann (SPD) distanzierte sich am Mittwoch ausdrücklich von der Plakataktion.
Zudem wollen zwei Mitglieder des Seniorenbeirates das Gremium aus Protest verlassen. "Wir schämen uns für die Aktion", betonten sie der "Neuen Westfälischen" gegenüber. Nach einem neuen Bundesgesetz gilt das Lärmen von Kindern ausdrücklich nicht mehr als schädliche Umwelteinwirkung.
"Grundsätzlich kennen wir die Gesetzeslage, dass heutzutage Kinder sehr viele oder alle Rechte haben", sagte Plakat-Initiator Dieter Freudenberg im WDR-Fernsehen. "Aber trotzdem sind wir (...) der Meinung, dass man durchaus darauf achten sollte, dass zu bestimmten Zeiten die Kinder ruhiger sind." Er fügte hinzu: "Es gibt auch ein ruhigeres Spielen, meinetwegen auch Schularbeiten machen, Brettspiele, Lesen." Bürgermeister Müller-Zahlmann findet den Aufruf dagegen "kontraproduktiv". Rat und Verwaltung in Bad Oeynhausen wollten eine kinderfreundliche Stadt, diese Stimmung lese man auch an den Reaktionen der Bürger ab.
"Die überwiegende Mehrheit hat sich klar gegen das Plakat positioniert." Der Bürgermeister betonte: "Ich ermutige die Familien, ihren Kindern Freiheiten zu geben." Vor wenigen Monaten hatte die Senioren-Union in Nordrhein- Westfalen Schlagzeilen mit dem Thema gemacht. Der Landeschef der CDU-Organisation, Leonhard Kuckart, hatte gefordert, dass die Behörden die Genehmigung für eine Kita oder einen Spielplatz in einem Wohnumfeld mit vielen Senioren auch künftig im Einzelfall ablehnen können.
Und somit teile ich auch die Meinung der zu diesem Fall angesprochenen "UNICEF" ,die jüngst die Bitte um Rücksichtnahme mit ihrer Empfehlung dazu noch den Seniorenbeirat bestärkt: .."die Eltern sollten mit ihren Kindern sich dieses Themas annehmen!"
Kuriosität am Rande:Ein über lange Jahre aufgestelltes Schild am Kinderspielplatz "Lessingstr" mit der "Bitte um Rücksichtnahme zwischen 13.00 und 15.00 Uhr"... wurde entfernt und durch ein neues Schild ohne o.a."Text" ersetzt,sicherlich kein Einzelfall in Sachen unnötiger Kosten- das bekommt der Steuerzahler
n i c h t mit!