Klinik-Betreiber Holger Schuermann baut an der Steinstraße ein Objekt mit 36 Wohneinheiten
Bad Oeynhausen. Wenn Holger Schuermann den Bau eines neues Wohnobjekts an der Steinstraße mit dem Begriff "Perspektive" verbindet, dann hat er nicht die schöne Aussicht zur angrenzenden Oeynhauser Schweiz vor Augen. Der Geschäftsführende Gesellschafter der Klinik Porta Westfalica meint bei dem Objekt mit den 36 Wohneinheiten die Ausrichtung auf die persönliche Zukunft im Alter. "Beim Fall der Fälle sind diese Wohnungen für alle Eventualitäten nutzbar", sagt Schuermann.
Der 44-Jährige hat zwei Bevölkerungsschichten im Visier, die sich für diesen Neubau interessieren könnten: "Das sind zum einen Ältere, die allein nicht mehr zurecht kommen. Das sind aber auch Menschen, denen die Wohnung zu groß geworden ist und die noch ein einziges Mal umziehen wollen." Genau diese künftigen Mieter oder Eigentümer könnten "völlig autark", aber eben mit Perspektive, in dem Haus an der Steinstraße leben.
Wobei Schuermann konkrete Vorstellungen hat: "Wenn die Bewohner Hilfe brauchen, dann kann diese Hilfe über die Klinik dazu gebucht werden." Als Beispiele führt er die Stichworte Essen, Pflege oder Reinigung an. "Wir würden beispielsweise auch einen Fensterputzer vermitteln."
Schweizer Stuben
Das Gebäude, das vor rund 40 Jahren als Restaurant "Schweizer Stuben" eröffnet wurde, diente bis 1995 dem Herzzentrum als Haus der Kinder, bevor es von Jens Wehrhahn erworben und zunächst in eigener Regie, dann durch die Firma "Medicare" als Alten- und Pflegeheim genutzt wurde.(fro)
Schuermanns Grundsatz: "Wir wollen der Kümmerer sein." Selbst ein Notrufsystem sei eingeplant: "Ich kann auch klingeln, wenn ich mich nicht wohlfühle. Das muss dann nicht gleich ein Notfall sein".
Der Betroffene habe grundsätzlich einen Ansprechpartner", sagt Holger Schuermann und betont das "einen".
Wobei er umgehend auf das für alle zugängliche "Patienten- und Gästerestaurant" der Klinik verweist, die ihrerseits ohnehin "als Gesundheitshotel" geführt werde.
Ursprünglich wollte Holger Schuermann auf dem 2.400 Quadratmeter großen und 50 Meter von der Klinik entfernt liegenden Areal an der Steinstraße ein Hotel der oberen Güteklasse inklusive Restaurant etablieren. Das scheiterte jedoch wegen fehlender Kunden-Parkplätzen, die ob des Naturschutzes in der Oeynhausener Schweiz nicht realisierbar waren.
Nun folgt der nächste Anlauf für die Immobilie, die als "Schweizer Stuben" bekannt ist und die der Klinikchef 2008 aus der Konkursmasse der Familie Wehrhahn ersteigert hatte.
Die Bauvoranfrage bei der Stadt sei gestellt und positiv beantwortet worden, so dass Holger Schuermann im Frühjahr mit dem Abriss der alten und leer stehende Gemäuer beginnen kann. Laut Planung wird das neue Haus komplett behindertengerecht sein. "Das sieht man den Wohnungen aber nicht an", sagt der Bauherr und nennt als Beispiele bei Bedarf nachträglich zu verankernde Haltegriffe im Sanitärbereich oder im Boden zu versenkende Schwellen zum Balkon, die nicht automatisch zur Stolperfalle werden müssten.
"Da gibt es vieles, das gemacht werden kann und das aber nicht die Kosten automatisch in die Höhe treibt", sagt Holger Schuermann, der davon ausgeht, dass die Bewohner das nächste Weihnachtsfest an der Steinstraße feiern können.
Mit Blick aus dem Fenster. Zur Oeynhauser Schweiz.