Kreis Minden-Lübbecke (nw). Mit einem miesen Trick haben Gauner in Minden zwei Frauen um mehrere tausend Euro betrogen. Per Telefonanruf wurden die Opfer (52 und 80 Jahre alt) am Montagnachmittag in Angst versetzt, da angeblich ein Angehöriger bei einen Unfall ein Kind schwer verletzt habe, das sofort operiert werden müsse.
Dazu sei dringend Geld erforderlich. Ein Komplize des Anrufers holte kurz nach den Telefonaten Bares bei den Frauen ab. In einem weiteren Fall scheiterten die Betrüger.
Bei der 80-Jährigen klingelte das Telefon gegen 16.15 Uhr. Ein Mann erklärte der Frau, dass er ihr Sohn sei, einen Unfall gehabt habe und dabei ein Mädchen schwer am Kopf verletzt habe. Da er auf Grund einer Verletzung an den Zähnen und der Lippe nicht gut sprechen könne, gaukelte er vor, dass nun sein Anwalt das Gespräch weiter führen würde.
Dieser "Anwalt" berichtete, dass das Kind und deren Eltern nicht aus Deutschland stammten und somit keine Krankenversicherung bestehe. Daher benötige man für die Operation im Krankenhaus sehr viel Geld.
Die Seniorin, die völlig geschockt war und alles für ihre Familie tun wollte, willigte in die Forderung ein. Der Anrufer hatte gedroht, dass die Polizei ihren Sohn einsperren würde, wenn kein Geld käme.
Obwohl sie nur einen geringen Teil der geforderten Summe im Hause hatte, erklärte ihr der Betrüger, dass dies kein Problem sein und gleich jemand vorbei käme, um das Bargeld abzuholen.
Wenig Minuten später - das Telefonat dauerte noch an - erschien der ankündigte Bote und nahm das Geld in Empfang. Ihr Sohn werde sich gleich melden, sie solle auf keinen Fall woanders anrufen sollte, sagte der Anrufer abschließend.
Mit der gleichen Masche gelang es dem Gauner-Duo, die 52-jährige Frau zu betrügen. Als die Frau den Telefonhörer an ihre Tochter übergab und diese hartnäckig nachfragte, wiegelte der Anrufer diese mit der Drohung ab, dass ihr Bruder ins Gefängnis käme, wenn das Geld nicht gezahlt werde. Unter diesem Druck übergab das Opfer dem kurze Zeit später an der Tür erschienenen Mann ebenfalls das geforderte Geld.
In beiden Fällen wird der Geldabholer fast identisch beschrieben. Er ist 18 bis 20 Jahre alt, etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß, hat schwarze Haare, trug eine schwarze Jacke und eine dunkle Jeanshose. Es wurde beobachtet, wie er in einen anthrazitfarbenen Pkw stieg.
Die Polizei rechnet mit dem weiteren Auftreten der Betrüger und warnt daher eindringlich vor dieser Masche. Besonders Angehörige von älteren Menschen sollten diese auf die Gefahr hinweisen. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte sich umgehend per Notruf 110 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.













