Bad Oeynhausen (PeSt). Den Anwohnern der Nordbahn klingeln die Ohren, wenn sie an die Schienenstränge nebenan und die zukünftige Entwicklung auf den Gleisen denken. 91 Güterzüge donnern jeden Tag und jede Nacht an ihren Fenstern vorbei.
Insgesamt sind es 95.265 Güter- und Personenzüge im Jahr. Diese Zahl soll nach einer Prognose des Bundesverkehrsministeriums im Jahr 2025 auf 34.205 Züge steigen. Das wären dann mit 186 Güterzügen täglich mehr als doppelt so viele wie heute.
Bernd Kämper wird diese Zahlen am heutigen Donnerstag im Stadtentwicklungsausschuss vorlegen. Und eine entscheidende Frage stellen: "Ist beim prognostizierten Zuwachs schon der aus Bahnsicht geplante Ausbau der Südbahn für die Nordbahn mit eingerechnet worden oder ist bei einem Nichtausbau der Südbahn mit weiteren Zügen zu rechnen?"
Ende November vergangenen Jahres hatte sich eine Interessengemeinschaft von Anwohnern zusammen gefunden, der unter anderem Bernd Kämper, Dietrich Lücking, Frank Helming und Michael Körtner angehören. Sie setzen auf einen Bürgerantrag und hoffen auf Unterstützung durch die Stadt sowie zusätzlichen Lärmschutz beidseitig auf der gesamten sieben Kilometer langen Nord-Trasse zwischen der Weserbrücke in Rehme und Löhne-Melbergen.
Mit Hilfe seitens der Bahn rechnet Kämper nicht. Obwohl diese das Thema Lärmsanierung in einer Broschüre vor einem Jahr festgeschrieben hat. Danach plant die Bahn den Schienenverkehrslärm im Zeitraum 2000 bis 2020 zu halbieren.
Bernd Kämper: "Die für Bad Oeynhausen berechneten Emissionswerte haben zu Priorisierungskennziffern (PKZ) von 5,267 für die Güterstrecke und 3,8124 für die Personenstrecke geführt. Im Ergebnis würde dies noch zu etlichen Jahren Wartezeiten führen."
Von städtischer Seite wäre zu klären, inwieweit Gebiete, die bisher noch als "Mischgebiete" ausgewiesen sind, sich mittlerweile jedoch zu reinen Wohngebieten entwickelt haben. Kämper: "Auch hierdurch würden sich die PKZ erheblich verbessern lassen."













